Dein Kind hört nicht und provoziert nur. Du kommst dir vor, als würdest du vollständig ignoriert. Das macht dich wütend und ungeduldig. (Lies auch hier)

Du sagst alles 20 Mal und nichts passiert. Und wenn du “Stop” schreist, gibt dein Kind erst Recht noch Gas.

Dein Mann oder deine Schwiegermutter sind überzeugt: Du hast das Kind verzogen, wenn es nicht hört und provoziert! Das tut weh. Und nervt. Und dagegen werden wir hier und heute etwas tun!

Mein Kind hört nicht auf mich und provoziert!

Wenn du willst, dass dein Kind immer und sofort auf dich hört, musst du Stock und Rute wieder einführen. Denn geschlagene Kinder hören aufs Wort. Immer.

Wenn also Tante Gertrude der Ansicht ist, deine Kinder hören nicht und provozieren nur, dann kannst du sie ab jetzt anlachen und stolz verkünden: “ja, das liegt daran, weil ich sie nicht schlage. Das ist nämlich Gewalt. Und die ist schlimm und verboten außerdem!”

Jedes einzelne Mal, wenn dein Kind also auf dich hört, dann tut es das, weil es sich für dich entscheidet, es hört aus Liebe zu dir. Mach dir das ganz stark bewusst!

Was ist eigentlich provozieren?

Du bist Mama. Ich muss dir nicht beschreiben, wie das aussieht, wenn ein Kind nicht hört sondern provoziert. Wir kennen das alle! Es macht uns rasend.

Aber was ist das eigentlich, wenn ein Kind provoziert? Kinder haben ein sehr feines Gespür für Kommunikation und Beziehung. Warum?

Weil sie schon von Geburt an davon abhängig sind, dass der Erwachsene ihnen gegenüber gut gestimmt ist, ihnen Nahrung und Wärme gibt, sowie Zuwendung und Liebe. Denn Kinder/Babys/Menschen sterben, wenn sie diese nicht erhalten.

Und was hat das mit Provozieren und nicht hören zu tun? Ist das nicht widersprüchlich?

Wenn etwas in eurer Beziehung also schief läuft, dann zeig dir dein Kind das sofort mit seinem Verhalten.

Kinder wissen aber nicht, wie sie es in Worte fassen sollen, sondern fangen an ein Verhalten zu zeigen, das eigentlich ihre Angst ausdrückt, ihre Verletzung und ihre Wut darüber, wie es gerade läuft.

Wir werden uns gleich ansehen, was passiert, bevor ein Kind anfängt zu provozieren. Und du wirst sehen, dass diese Provokation eigentlich ein tieferliegendes Gefühl zeigt. Ein Gefühl, dass dein Kind noch nicht ausdrücken kann. (Ich werde die Botschaft deines Kindes im folgenden Text Fett markieren, dann ist es noch klarer)

Darum hört dein Kind nicht auf dich und provoziert nur:

1. Seine Integrität ist von deinen Worten verletzt worden

Ständig machst du dich schmutzig, pass doch einmal auf”. Das ist ein normaler Satz, den wir an ganz normalen Tagen zu unseren Kindern sagen könnten, oder?

mach dich nicht schmutzig

Bildnachweis: Pixabay, distel2610

Versuche einmal dir vorzustellen, dein Partner würde genau diesen Satz zu dir sagen. Wie fühlst du dich? Du willst dich bestimmt verteidigen. “Gar nicht immer!” Und fühlst dich davon getroffen und verletzt.

So geht es deinem Kind auch. Deshalb springt es dann erst recht in die Pfütze. Es kann nicht anders, denn es will seine innere Integrität (seine Heilheit, seine Ganzheit) schützen. Und dir etwas wichtiges mitteilen: “Du hast mich verletzt!”

Besser wäre: “Geh um die Schlammpfütze herum, wir brauchen deine Hose heute noch!”

2. Du hast es provoziert (ja, echt!)

Eigentlich denken wir, nur Kinder provozieren, oder? Aber in Wirklichkeit gibt es leider unheimlich viele unbewusste Momente, in denen wir unsere Kinder stark provozieren.

Beispiel: “Du isst wie ein Ferkel!” Oder noch schlimmer: (Im Gespräch mit der Freundin) “Mein Kind isst wie ein Ferkel!”

Aus dieser Abwertung heraus, fällt es deinem Kind unheimlich schwer, nachgiebig und großzügig zu reagieren und sich zu bemühen, ab jetzt schöner zu essen. Du machst es mit diesem Spruch (am besten noch vor fremden Personen am Tisch) nahezu unmöglich. Jeder gesunde und starke Mensch würde jetzt seinen Kopf in den Teller stecken und möglichst laut und eklig schmatzen, oder?

Botschaft: „Du hast mich verletzt und bloßgestellt!“

Besser: (geflüstert, damit es keiner hört, außer das Kind): “Soll ich dir die Spaghetti schneiden? Die verspritzen sonst alles!”

3. Seine Bedürfnisse stehen dem “Gehorchen” im Weg und deshalb hört dein Kind nicht auf dich und provoziert

Selbstbestimmung ist ein Grundbedürfnis. Wirksamkeit auch. Diese beide inneren Bedürfnisse sind nicht nur bei Kindern ernst zu nehmende Bedürfnisse und wenn sie zu lange weg geschoben werden, führen sie zu Trauer und Zorn.

Du wirst jetzt bestimmt schon grinsen. Natürlich weißt du, was ich damit meine: Dein Kind möchte selber bestimmen. Und es möchte, dass das, was es tut, einen Effekt hat. Es möchte Selbstwirksam sein, also wichtig.

Darum hört dein Kind dann nicht: es hat sein Bedürfnis zu lange weg geschoben und kann einfach nicht mehr! 

Botschaft: „Ich habe mich wirklich bemüht, lange bemüht, auch wenn du es nicht siehst. Aber jetzt kann ich nicht mehr!“

4. Deine Worte und deine Gedanken passen nicht zusammen (Kinder sind kleine Hellseher)

Das ist kein Witz. Wenn du denkst: “Ach, ist doch eigentlich gar nicht so schlimm” oder “naja, ist halt ein Kind” – und gleichzeitig verlangst: “Iss mit Messer und Gabel und nicht mit den Fingern”, spürt dein Kind das.

Es spürt also, dass da zwei widerstreitende Anweisungen in dir sind. Einmal, dass du es gar nicht so unverständlich findest, dass dein Kind mit den Fingern isst. Und dann deine eigene Erziehung, die verlangt, dass man nicht mit den Fingern isst.

Auf was soll es also hören? Auf dein Gefühl (nicht so schlimm) oder auf deine Worte? Kinder sind kleine Hellseher, du kannst sie nicht veräppeln. Sie merken das! Oder um Bellatrix Lestrange aus Harry Potter zu zitieren: “Du musst es auch wirklich wollen!”

Botschaft: „Jetzt bin ich verwirrt. Was soll ich tun?

5. Könntest du das bitte aufräumen? Okay?

“Nicht fragen, sondern Anweisen!” (Das sagt sich auch Hera Lind in “Superweib” ständig)

Nichts hören ist praktisch

Bildnachweis: Pixabay: Ben_Kerckx

“Könntest du bitte aufhören, deine Schwester zu hauen? Okay?” Hm. Nö. Keine Lust. Danke der Nachfrage:-)

Wenn du unsicher, dünn oder fragend klingst, dann ist das ähnlich wie bei den Worten, die nicht zu deinen Gedanken passen: dein Kind bekommt verschiedene Informationen von dir. Einmal die unsichere Haltung, das Fragen, einmal die Worte.

Wonach soll es sich jetzt richten?

Botschaft: „Das verunsichert mich. Was willst du von mir? Soll ich die Führung übernehmen?“

5. Das Wort “Nicht” hört ein Kind nicht

Negierungen verarbeitet dein Gehirn nicht gut. Und das von Kindern erst recht nicht. (Diese Information stammt aus “Das Gewünschteste Wunschkind aller Zeiten, treibt mich zum Wahnsinn”).

Du sagst: “Nicht den Ofen anfassen!”

Dein Kind hört: “Den Ofen anfassen!”

Klar, was es macht? Es hört. Und fasst den Ofen an. Autsch!

Besser ist also: “Komm her!” oder: “Geh ins Wohnzimmer zu deinem Bagger!”

6. Dein Kind hat die Manipulation durchschaut und fühlt sich betrogen

Ich weiß, es gibt Erzieher oder Pädagogen, die manipulieren. “Du bist doch schon groß und stark, oder..? Dann kannst du doch den Müll schon raustragen”  oder: “Oma würde es total freuen, wenn du ihr einen Kuss geben würdest!” Es funktioniert vielleicht. Solange dein Kind das nicht durchschaut.

Aber in meinen Augen ist es ein Betrug, der deine Beziehung zu deinem Kind belastet. Und damit dein Kind auf dich hört brauchst du eine saubere und unbelastete Beziehung.

Kinder sind keine Idioten. Sie spüren versteckte Manipulationen und fühlen sich betrogen. Irgendwann werden sie darauf nicht mehr hereinfallen oder sich sogar stark verletzt fühlen. Allerspätestens in der Pubertät fliegt euch das um die Ohren.

Botschaft: „Ich spüre, dass da eine Lüge ist. Das verletzt mich sehr!“

7. Die andere Motivation ist gerade extrem stark

Ähnlich wie mit den Grundbedürfnissen nach Selbstbestimmung gibt es Motivatoren, die sehr stark ziehen. Eis. Ferngesteuertes Auto. Babykatze. Dem Bruder eine reinhauen.

Es kann sein, dass diese Motivation gerade so stark ist, dass sie dein Rufen gerade einfach ausschaltet. Das Gehirn eines Kindes arbeitet noch längst nicht so kontrolliert wie unseres. Hier ist die emotionales Seite sehr viel stärker (Der Präfrontale Kortex ist noch nicht fertig ausgebildet).

Und selbst bei uns gibt es doch Motivationen, die stärker ziehen als die Stimme der Vernunft. Die Schokolade. Der Liebesfilm. Das Ausschlafen.

Botschaft:Tut mir leid. Aber das MUSS ich jetzt tun

8. Deine Worte sind nicht glaubhaft

“Wenn du nicht sofort aufhörst, dann dreht der Pilot um und fliegt zurück!” Michael Mittermayer, der Kabarettist machte sich schon vor Jahren über uns Eltern lustig.

Natürlich sind wir Eltern in diesen Augenblicken einfach hilflos und uns ist nicht nach Lachen zumute, aber wann immer wir Eltern uns hier diesen Satz sagen “…und der Pilot dreht um und fliegt zurück”, dann müssen wir ein bisschen lachen und können diesen Pädagogenscheiß wieder zurück nehmen.

Botschaft: „Meinst du das jetzt ernst? Willst du mir Angst machen?“

Besser: “Oh man, ich weiß grad einfach nicht weiter. Wie soll ich dich davon abbringen, das zu machen? Verkitzeln?” Mein größter Sohn würde mir inzwischen grinsend vorschlagen das Taschengeld zu erhöhen oder ihm ein Eis zu kaufen. Aber die Liebe zu uns ist groß genug: er hört dann trotzdem damit auf.

9. Zu viel Blabla

“Lass das endlich mal sein, mich nervt das so, dein Bruder bekommt schon Kopfweh davon, ich kann es einfach nicht leiden, außerdem wird deine Hose davon ganz schmutzig, dann muss ich wieder waschen, dazu habe ich keine Lust, dann lasse ich ab jetzt dich die Wäsche aufhängen und außerdem reicht das Geld nicht um stäääändig neue Hosen zu kaufen…”

Blabla.. was?

Dein Kind hat wahrscheinlich Erfahrung mit diesen verbal-Ergüssen von dir und schaltet nach dem 2. Wort ab.

Botschaft: „Ähm.. was?

Besser: “Hör auf. Jetzt”.

Provoziert?

Bildnachweis: Pixabay: 28703

10. Nur über meine Leiche!

Es gibt “Neins” oder Ansagen, die sind uns unheimlich wichtig. Wirklich, wirklich wichtig. Nach und nach finden wir heraus, was uns wichtig ist.

Mir ist es zum Beispiel wichtig, dass meine Kinder lernen, ihre Sachen aufzuräumen. Nicht mal unbedingt das Spielzeug, sondern Kleinigkeiten wie einen Pullover, der ihnen gerade nicht mehr gefällt und einfach, ganz frisch rausgezogen und in eine Ecke gepfeffert wird.

Hier bestehe ich darauf, dass dieser Pullover aufgeräumt wird. Und zwar mit einer Überzeugung die in meinem Inneren ungefähr so klingt: “du wirst diesen Pullover aufräumen und wenn es das Letzte ist, was wir heute tun! Was wir jemals tun!”

Du kannst nach und nach diese Dinge, die dir wichtig sind, zu den Wenigen machen, auf die dein Kind wirklich hören muss. Und dafür ein paar läppische und halblebige: “Sowas macht man aber nicht”-Blablas weglassen.

Mein Kind hört nicht und provoziert – oder merke ich es nur nicht?

Hört das Kind doch?

Bildnachweis: Pixabay: sasint

Oft hören Kinder nicht sofort. Machen aber trotzdem, was gesagt wurde.

Oft hören Kinder nicht genau auf die Weise, wie wir sie uns vorstellen!

Achte genau auf dein Kind, beobachte es, schreibe vielleicht sogar mal einen Tag lang auf: finde eine Situation, in der es auf dich gehört hat. Und freue dich daran!

Erwarte nicht, dass dein Kind wie ein Automat funktioniert. Denn das tun nur Kinder, die geschlagen werden und das ist schlimm und macht dein Kind kaputt.

Beobachte mit Liebe: du wirst garantiert mindestens eine Sache am Tag finden, wo dein Kind macht, was du sagst. Und dann erhöhe auf Zwei!

Deine Susanne

 

 

Bildnachweis: Titelbild: TheoRivierenlaan / 187 Bilder

25 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Hallo Susanne!
    Ich habe deine Seite heute entdeckt und bin begeistert! Vielen Dank, dass du deine Gedanken teilst!
    Der Artikel hat mich sehr berührt! Durch dein Eingangsbeispiel fühle ich mich leider ertappt. V.a. mit meinem Großen (6) läuft die Kommunikation oft so ab. Und ich merke schon lange, dass ich raus aus diesem Machtkampf möchte.
    Zu deinen Beispielen am Ende, hab ich eine Frage. Was mache ich, wenn mein Wünsche ( z.B. kein rülpsen, schreien, trommeln am Esstisch) nach mehrmals sagen nicht gehört werden? Momentan schwanke ich zwischen ständig wiederholen, ignorieren oder doch wütend werden und schreien. Und alles fühlt sich falsch an. Hast du einen Rat?

    Antworten
    • Hallo Judith!
      Vielen Dank, das freut mich total, dass dir meine Seite gefällt und hilft!
      Mit meinem Größten bin ich auch lange noch machtvoll umgegangen, das man oft daran merkt, dass er eben schnell selbst in den „Kampf“ geht. Und woher hat er das? Von mir, denn ich habe es ihm vorgelebt. Für diesen Fall braucht man dann besonders viel Geduld und einen langen Atem, denn diese Verhaltensmuster wieder zu ändern ist schwer. Ich hatte sogar manchmal den Eindruck, wenn ich dann doch noch „explodiert“ bin, er fast wie „erleichtert“ war: nicht, weil es ihm so gut gefällt, sondern weil es bekannt ist. Verstehst du? Also kann es sein, dass er in dem Moment, wo du zu ihm sagst, er soll ruhiger beim Essen sitzen und nicht rülpsen und trommeln, gar nicht kooperieren kann, weil er 1. ein Verhaltensmuster zwischen euch beiden verfolgt und 2. ein Bedürfnis dahinter steht, dass ihm sehr wichtig ist. Ich kann ohne weitere Informationen aber nicht sagen, was das sein könnte. Vielleicht die Bitte um Übereinstimmung oder klassisch Aufmerksamkeit? Ich würde an deiner Stelle versuchen, das Gespräch zu lenken. Frage ihn etwas, oder erzähle einfach etwas. Ich weiss ja nicht, ob du mit ihm allein sitzt oder noch andere Kinder (oder der Vater) dabei sind. Vielleicht hat er auch einfach den Drang nach Bewegung und Lärm: vielleicht steht er unter Strom, wie man so schön sagt. Kannst du ihm vorschlagen, einmal ums Haus zu rennen? Oder ganz unkonventionelle Angebote machen, wie Picknick im Garten, oder sowas? Du musst dir ganz wichtig klar machen: das bedeutet nicht, dass es jetzt immer so sein wird. Es ist einfach jetzt so, dass ihr aus einem Muster heraus kommen müsst (wollt) und da braucht man natürlich mehr Energie dafür, als wenn man von vorn herein ein positiveres Muster verfolgt hat. Falls du trotzdem noch Schwierigkeiten hast, oder nicht weiter kommst heraus zufinden, was er für ein Bedürfnis haben könnte, dann können wir gerne auch mal ein kostenloses Erstcoaching machen:-) Oder auch per Email die Situation näher anschauen!
      ich hoffe, das hilft dir weiter,
      ganz liebe Grüße
      Susanne

      Antworten
  • Vielen Dank für deine schnelle Antwort!
    Wenn du dir die Zeit nehmen möchtest, würde ich dir unsere Situation in einer E-Mail sehr gerne näher beschreiben.

    Antworten
  • Angela Schütte
    25. März 2019 20:49

    Hallo Susanne.
    Ich finde das super was du schreibst und du hast da auch vollkommen Recht mit. Und bin auch eher dafür der kleinen eigenen Persönlichkeit beim groß werden zu helfen und nicht wie bei der Bundeswehr vor zu schreiben wie man zu sein hat. Es ist nicht immer leicht das so umzusetzen. Es ist auch ein Kampf mit den Umfeld die noch oft die alten Erziehungsmethoden haben. Aber dagegen kämpfe ich an. Was mich immer wieder doch wütend werden lässt ist das sie sich einfach nicht bewegt egal was, man muss sie ständig auffordern ablenken oder bitten das sie doch endlich Schuhe anzieht oder egal was es ist es zieht sich durch den ganzen Tag. Ich plane schon immer viel mehr Zeit ein und trotzdem werden wir dann beide immer wütend. Meine kleine Tochter fast 4 und ich. Ich kann mich selbst schon nicht mehr hören. Es ist schade und vertane Zeit die man besser und schöner nutzen kann.
    Viele Grüße
    Angie

    Antworten
    • Hallo Angie
      danke für deine Antwort. Natürlich ist es schwierig mit dem Umfeld im Einklang zu sein und klar zu kommen, wenn die oft ganz anderer Meinung sind. Über das andere Thema mit deiner Tochter können wir gemeinsam gern mal sprechen und genauer hinschauen. Du darfst dich gerne bei mir melden!
      liebe Grüße
      Susanne

      Antworten
  • Hallo,mein Sohn wird in 4 Wochen 2 Jahre alt und es funktioniert im Moment gar nichts. Er hört nicht,er lacht mich aus wenn ich mit ihm schimpfe weil er mal wieder misst gebaut hat. Er rennt vor mir lachend weg wenn ich ihn umziehen möchte oder Windeln. Es gibt Tage da klappt es besser aber im Moment ist es sehr schwer und mir fehlt die Kraft dagegen zu steuern. Er kommt zwischen durch mal an und fragt mich ob alles gut ist und 2 Sekunden später dreht er wieder durch. Was soll ich machen ?

    Antworten
    • Hallo Franzi
      Danke für deine Antwort und Offenheit. Ich habe mehrere solcher Anfragen und bitte Dich, dich noch 1-2 Monate zu gedulden, dann kommt mein Buch heraus (Das gerade in der Lektorierungsphase ist), in dem es darum geht, wieder ein positives Zusammenleben mit den eigenen Kindern zu finden, die Kinder in ihr vertieftes Spiel zu begleiten und damit auch selbst wieder „Luft zum Atmen“ zu bekommen und Kraft zu tanken. Wenn du das Herauskommen des Buches nicht verpassen willst, trage dich gerne in meinem Newsletter ein.
      Außerdem gibt es auch die Möglichkeit, wenn du direkte, persönliche Hilfe, ganz auf dein Problem zugeschnitten brauchst, dich hier für ein Email-Coaching bei mir anzumelden. https://familienuniversum.de/familiensupport/ Ich würde mich auf dich freuen!
      liebe Grüße
      Susanne

      Antworten
  • Hallo,
    Danke für den schönen Artikel!
    Zur Zeit arbeite ich in einer Krippe mit 10 Kindern zwischen 1 und 3 Jahren.
    Mit 5 der Kindern gehe ich immer schlafen und zu Beginn lief es ganz wunderbar.
    Leider passiert momentan auch sehr viel und die Kinder verlangen einzeln viel Aufmerksamkeit von mir, da meine direkte Kollegin nicht anwesend ist und immer andere Vertreutungen da sind und zusätzlich dazu ich ein Kind eingewöhne.
    Die Kleinen sind einfach sehr auf mich fixiert und hören im Kollektiv nicht auf mich, die anderen meinten schon es liege jetzt daran, dass sie mich austesten, aber ich sehe das nicht so! Ich sehe wie sehr sie meine Nähe suchen und mir gerne gehorchen, aber sobald ich mich auf anderes konzentriere unfassbar viel Quatsch machen. Im Alltag kein Problem.
    Nur leider in der Schlafsituation gehen die fünf Kinder gar nicht mehr auf mein Gesagtes ein, ich schimpfe nie und nur ein Kind reagierte bisher darauf erschrocken und schlief ein, die anderen jedoch hören seit 2 Wochen im Schlafraum gar nicht mehr auf mich, obwohl sie müde sind.
    Bisher habe ich es immer so gelöst, dass ich die anderen Kinder habe Unfug machen lassen und mich jedem Kind nach und nach gewidmet habe, aber das ist auf Dauer einfach keine Lösung.

    Antworten
    • Liebe Christiane
      Die Situation, die du beschreibst, klingt einfach so, als würdest du zwar alles richtig machen, aber die Situation ist ansich sehr anstrengend. Jeder würde sich schwer tun 5 Kinder unter 3 Jahren ins Bett zu bringen. Das hat nichts mit austesten zu tun, sondern damit, dass sie noch sehr klein sind und in meinen Augen am Nachmittag dann in der Müdigkeit so überfordert, das ihnen nur noch „Quatsch“ einfällt. Leider greifen wir Erzieher und Erwachsene recht schnell zu der „Austesten-Theorie“. Ich denke du brauchst einfach deine direkte Kollegin wieder, als Hilfe, damit ihr zu zweit seid. Ich kann dir insofern gar keinen Tipp geben, weil die Kinder einfach noch so klein sind, dass in meinen Augen einfach genügend Personal da sein müsste.
      ich drücke dir also die Daumen für die anstrengende Zeit und schicke dir viel Kraft und Nerven, damit du weiterhin geduldig und ruhig mti den Kindern sein kannst, liebe Grüße, Susanne

      Antworten
  • Liebe Susanne, ich bin Mutter von Drei Söhnen und fünffache Oma.Bei meinen eigenen Kindern war ich oft so überfordert, dass ich sie öfter angeschrien und auch schon mal gehauen habe. Darüber bin ich heute noch traurig und schäme mich. Es wurde auch besser, als ich mich klar von meinen Schwiegereltern distanzierte.
    Diese ständige Bevormunden hat mich rasend gemacht.
    Unsere Enkel werden ganz ohne Geschrei und Klaps erzogen, worüber ich sehr froh bin. So wie Sie hier schreiben, ihre erfrischende Art , finde klasse. Und es stimmt was sie schreiben. Auf Augenhöhe sein und ,,klar,, bleiben, sind die wichtigsten Elemente in der Begleitung der Kinder. Und Liebe natürlich ! Erst gestern waren meine Söhne mit ihren Familien wieder hier. Alle verstehen sich prima und mein einziges Enkelmädchen hatte mit ihren gerade mal 13 Jahren, ihre Brüder ( 9 J/ 15 Mon.) und Neffen 3 J / 2 J) gut im Griff. Ich finde das erstaunlich! Die beiden Kleinen sind Einzelkinder.
    Jetzt habe ich soviel geschrieben das Wichtigste aber zum Schluß:
    Ich hätte früher auch so eine Susanne gehabt.☺
    Meinen Kindern habe ich ihre Seite empholen.
    Vielen Dank und herzliche Grüße von Oma Anka

    Antworten
    • Liebe Oma Anka!
      Ihr Kommentar hat mich wirklich sehr berührt, vielen Dank! Ich denke dass sich in der Erziehung vieles ändert und das braucht Jahre. Es ist ja nicht nur die Änderung einer Person, denn wir sind soziale Wesen und was damals noch „üblich“ war, wäre heute schon „verpönt“. Ich denke Scham ist ein Gefühl, dass in gewisserweise wieder gewaltvoll gegen einen selbst wirkt und deshalb hoffe ich für Sie, dass sie es auch wieder ablegen können! Damals waren die meisten Mütter noch viel einsamer in der Erziehung wie heute, haben es auch nicht besser gewußt und keine anderen Wege gekannt. Der Druck, dass ein Kind „funktionieren“ sollte, war höher und wie kann man das anders umsetzen, als wieder gewaltvoll auf es einzuwirken?! Es soll keine Entschuldigung sein, aber wichtig ist doch, dass Sie es heute anders sehen und ihre Schwiegertöchter und Söhne bestärken können.
      Sind wir doch als Gesellschaft froh, dass diese Zeiten sich jetzt auflösen und verändern und die meisten Eltern einen neuen Weg ausprobieren und suchen…
      ganz liebe Grüße
      Susanne Bregenzer

      Antworten
  • Ich habe nur zeitweise schwiegkeiten und zwar vor allem nach dem oder in der Zeit des Nachtdienstes.
    In Phasen der Erschöpfung durch Hormonelle woche, Krankheit.
    Ich kann mich einfach nicht auf sein Gequatsche konzentrieren und Zack tut er wieder was womit ich nicht gerechnet habe. Er hat immer sprudelnde Ideen die mir nur mehr Arbeit machen und dann werde ich schnell lauter.

    Antworten
  • Hallo Susanne,
    Ich stoße momentan an meine Grenzen. Ich kann mich mit dem Beitrag (leider) sehr identifizieren. Meine Tochter, 14 Monate alt, findet es witzig wenn ich ihr jeden Tag 100 mal sagen muss dass sie die Kerzen nicht umhaut, den Hund nicht schlägt oder drauf legt, den Hundenapf befummelt. Ich habe es schon im Guten probiert, ich weiß nicht wie ich solche Situationen begleiten soll. Auch wenn ich es ihr ruhig sage nützt es nichts. Sie ist auch grob zu anderen Kindern. Bin mit meinem Latein am Ende, vermeide schon die ganzen Treffs weil sie die einzige ist die sich so verhält und es unfassbar anstrengend ist und peinlich. Viele Grüße Sandra

    Antworten
    • Liebe Sandra
      Woran wir oft nicht denken, ist einfach tatsächlich aufzustehen und das Kind sanft, aber bestimmt an der Hand zu nehmen und aus der Situation zu begleiten. Kinder hören sehr viele Worte und schalten dann manchmal schon auf Durchzug. (Gerade die Hunde-Situation, die du beschrieben hast, kommt mir total bekannt vor bei meinem Jüngsten und unserem neuen Welpen) Vor allem in dem Alter deiner Tochter würde das am allermeisten bringen. Und wenn sie grob ist zu anderen Kindern, gehst du zu ihr, führst sie dort weg und nimmst sie dann auf den Schoß. Eng zu dir und dann kannst du ihr ins Ohr flüstern: „Jetzt bleibst du kurz bei mir und kommst wieder zu dir. Dann darfst du weiterspielen“. liebe Grüße
      Susanne

      Antworten
  • Hallo Susanne,
    Vielen Dank für deine Rückmeldung, ich werde es berücksichtigen!
    Herzlichen Dank!

    Antworten
  • Hallo Susanne,
    Gerade hatte ich eine Heulkrise genau aus dem Grund, dass meine Tochter (5) und ich ständig aneinander geraten.. Ich habe immer das Gefühl zu versagen…
    Deine Seite hat mir gleich ein wenig geholfen und ich habe mir fest vorgenommen, deine Tipps anzuwenden.. Ich hoffe ich krieg es hin..
    Meine Frage aber: habe ich noch Zeit dafür? oder ist es bei meinem Kind mit 5 schon „zu spät“? wird sie sich von mir entfernen, oder schaffe ich es noch? Ich habe echt Angst..

    Sie ist ein echtes Energiebündel und hat immer eine Antwort bereit.. In letzter Zeit schreit sie mich an, sagt ich sei doof und heute kam die Höhe.. Da ich sagte sie solle vom Garten wieder ins Haus kommen, fing sie an zu schreien und sagte sie wolle nicht mit mir sein… Hat mich in dem Moment echt getroffen.. Ich habe ein Sohn, der ist jetzt 1.5 Jahre.. Manchmal merke ich die Machtkämpfe schon von wegen „wer hat die Mama lieber“ etc.. Aber ich gebe mir die grösste Mühe, beiden gerecht zu werden und beiden meine Liebe und Zuneigung zu geben… Ich erkläre meiner Tochter au ständig, dass ich genau das selbe mit ihr gemacht habe, wie ich nun bei ihrem kleinen Bruder mache, weil er kleiner ist… Aber trotzdem habe ich manchmal das Gefühl ich versage…

    Danke und Gruss
    Eli

    Antworten
    • Liebe Eli
      vielen Dank für deine offenen Worte. Du musst keine Angst haben, Kinder suchen immer die Nähe der Eltern. Da müsste schon richtig, richtig viel passieren, damit ein Kind sich wirklich von seinen Eltern entfernen wollen würde und dafür ist deine Tochter deutlich noch viel zu jung.
      Du kannst direkt am Abend damit beginnen, dir die guten Situationen mit deiner Tochter vorzustellen und diese mit in den Schlaf zu nehmen. Wenn du wenigstens diese Zeit am Tag, die Nähe zu ihr suchst, dann wird es am nächsten Tag schon einfacher werden, die Augenblicke überhaupt wahrzunehmen, in denen ihr euch nahe seid.

      Es ist nicht leicht, zwei so kleine Kinder zu haben und ihnen oft allein gerecht zu werden. Deine Kinder spüren auch ganz sicher, deine Mühe. Ich habe das letztes irgendwo gelesen oder gehört: Kinder sind darauf ausgelegt, Eltern zu überleben. Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen derbe, aber es stimmt: Fehltritte von Eltern können Kinder schon wegstecken, wenn dahinter auch einfach mal Hilflosigkeit steht und keine Absicht.
      Wenn wir gemeinsam noch genauer darauf schauen sollen, melde dich einfach bei mir wegen einem Coaching.
      Ich wünsche dir ganz viel Kraft,
      liebe Grüße
      Susanne

      Antworten
  • Hallo Susanne
    Mein Sohn ist jetzt 3…und wurde letzte Woche bei der U7a als hochbegabt eingestuft…mein Mann lebt seit 2 Jahren nicht bei uns ( Borderline Syndrom) was die ganze Situation noch schlimmer macht. Mein Sohn kann der liebste Junge auf Erden sein , aber er hört nicht auf mich, wenn ihm was nicht passt schlägt er mich oder andere…schmeißt Möbel um usw , er flippt regelrecht aus und das ständig ..ich bin mit meinen Nerven am Ende
    Ihn auf den Schoß nehmen und was ins Ohr flüstern ist unmöglich …er dreht so durch, dass man ihn besser auf den Boden legt bis er sich beruhigt
    Warum macht er sein kleines Herzchen so kaputt
    Ich versuche jeden Tag mein bestes und weiß einfach nicht mehr weiter 🙁

    Antworten
    • Liebe Dominika
      Das hört sich nach einer schweren Situation für dich an! Du brauchst sehr viel Kraft um deinen Buben zu begleiten. Hast du genügend Auszeiten?
      Ich finde deine Aussage, dass man ihn auf den Boden legt, klingt zwar heftig, geht aber in eine Richtung, die ich auch einschlagen würde, wenn ich an deiner Stelle wäre: zum Schutz von dir und von ihm, nämlich das Halten. Er ist drei, vielleicht kannst du versuchen, ihn liebevoll auf dem Schoß zu halten, aber dabei ruhig festhalten. Mein Kleinster kann auch solche Zeiten haben und ich kenne das. Man braucht wirklich viel Kraft und innere Gelassenheit. Vielleicht kannst du ruhig vor dich hinsummen dabei, das beruhigt dich selbst, aber auch dein Kind. In dem Moment, wo er so ausrastet, regiert sein emotionales Gehirn und das ist bei einem Dreijährigen noch nicht so ausgereift, dass die Vernunft die Kontrolle übernehmen kann.
      Falls du mehr Begleitung brauchst und wir mal gemeinsam auf deine Situation und deinen Bub schauen sollen, dann melde dich ruhig bei mir.
      liebe Grüße
      Susanne Bregenzer

      Antworten
  • Hallo Susanne

    Danke für dein Feedback
    Das Problem ist das er eine Kraft entwickelt die ich nicht halten kann und ich weigere mich in so sehr festzuhalten 🙁 Wenn ich ihn versuche auf meinen Schoß zunehmen reißt er sich raus , macht sich so gerade mit seinen Beinen dass ich immer Angst habe, dass er mir aus den Händen gleitet und nach hinten fällt oder so 🙁 Deswegen das mit dem Boden
    Ich sitze neben ihn , aber da kann er nicht fallen oder sich selbst weh tun
    Es bricht mir das Herz jedes Mal aufs neue ….genau das ist es er wird sehr sehr emotional …manchmal kommt es mir vor als würde er in dem Moment in seiner eigenen Welt sein und auf nichts reagieren …wenn er ruhig geworden ist sprechen wir darüber , ich tröste ihn usw
    Er verspricht mir es nicht mehr zu tun ( zb.auf Mama nicht hören ) , er merkt selber was falsch war und ne halbe Std später wieder das selbe …meine Liebe für meinen Sohn gibt mir die Kraft und meine Familie gibt mir die Auszeit, aber in der jetzigen Situation mit Kontaktsperre usw bin ich komplett alleine mit ihm
    Bleibt bitte Alle gesund

    Antworten
    • Liebe Dominika
      ich wünsche dir viel Kraft und Durchhaltevermögen.
      Du siehst das ganz richtig, in dem Moment, wo er schreit, ist er auch nicht ansprechbar. Dann einfach singen, streicheln, halten, sofern es geht. Du kannst ihn auch mit Worten begleitnen. „Du musst ganz schön wütend sein, ich kann das sehen.. „.. aber ich habe gemerkt, das die Worte dann mich selbst so anstrengen, dass ich lieber singe um selber in der Ruhe zu bleiben.
      Es wird leichter, wenn er größer wird!!!
      liebe Grüße
      Susanne
      Ps: mein Buch genau zu dem Thema steht schon in STartlöchern, es muss noch lektoriert werden. im Buch gehts um einen Jungen namens Mats, der genau so reagiert wie du es beschrieben hast.

      Antworten
  • Hi Suzanne, ich selber komme aus einer sehr gewaltige Erziehung, habe mich bemüht, therapiert und bin ständig und prozessotientiert und reflektiert. Mein Sohn zZ. 11jahre ist natürlich w. o. Beschrieben durch meine Projektionen immer wieder im Angriff und Kapfhaltung, ich haue nicht, zucke jedoch manchmal aus und schreie das mir sie stimme weg bleibt und durch mein Impuslives Temperament werden diese echt „scheiß“ Muster/Spielchen nicht leichter! Danke für deine einleitenden klaren und einfachen Erklärungen diese immer wieder bewusst zu machen um die angeeigneten Muster/Spielchen zu verändern…. Danke dir Nina

    Antworten
    • Liebe Nina
      vielen Dank, dass du mir diese Zeilen schreibst und so offen mit dir selbst umgehst! Das finde ich toll. Jeder Schritt, den du schaffst, auch wenn du eben nicht schlägst, sondern dich zurück hältst, kannst du schon als kleinen Sieg verbuchen, denn es ist ein Schritt in die Richtige Richtung. Ich drücke dir die Daumen, dass du das irgendwann auch mit dem Schreien schaffst!!
      liebe Grüße
      Susanne

      Antworten

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