Mama und Kind

Kinder anschreien: Wie Erziehen auch ohne Schreien funktioniert!

Die eigenen Kinder anschreien, das will eigentlich keine Mama! Im Eifer des Gefechts passiert es dann aber doch. Vielleicht bist du in Eile, gestresst und die Kleinen verfallen in Zeitlupe.

Das kann sogar die entspannteste Mama auf die Palme bringen!

In den folgenden Zeilen erfährst du, warum du dich nicht schuldig fühlen musst. Und ich verrate dir, wie du in einem Modus kommst, in dem du gar nicht mehr auf die Idee kommst, zu schreien!

Nie mehr Kinder anschreien? Aber mein Kind macht mich aggressiv…

Machen wir uns nichts vor: Alle Mütter wünschen sich, dass Kinder etwas uneingeschränkt Positives sind. Dieser Wunsch stellt sich irgendwann als unrealistisch heraus. Die Realität holt uns ein und der  Alltag kommt.

Wir trauen uns kaum, es auszusprechen. Auch die geduldigste und ruhigste Mama, hat manchmal negative Gefühle ihrem Kind gegenüber.

Das ist normal. So sehr wir unsere Kinder auch lieben, umso mehr wünschen wir uns manchmal, dass sie einfach mal kurz tun, was wir wollen: einfach funktionieren.

Hier kommt eine wichtige Erkenntnis:

Menschen sind nicht perfekt – das wissen wir alle. Aber: Auch Mamas sind Menschen. Ehrlich! Mach es dir nicht so schwer, indem du tonnenweise Schuldgefühle auf dich nimmst…

Lies auch hier: bin ich eine gute oder eine schlechte Mutter?

Ich habe mein Kind angeschrien – bin ich eine schlechte Mutter?

Kinder anschreien Ich habe mein Kind angeschrien

Auch die perfektesten Mamis machen Fehler! ©altanaka/depositphotos

Natürlich gibt es auf dieser Welt Mütter, die ihr Kind einfach anschreien, weil sie gar nicht anders mit ihm reden können und wollen. Es ist ihnen egal, ob sie ihrem Kind Schaden zufügen.

Aber du gehörst nicht dazu.

Woher ich das weiß? Weil du diesen Artikel liest und das bedeutet, du bist auf der Suche, nach neuen, besseren, schöneren Wegen als dein Kind anzuschreien. Manchmal schreien wir gerade deshalb, weil wir unser Kind so lieben!

2 Beispiele:

Marina  hört draußen im Hof ihre Tochter brüllen. Wie am Spieß. Sie rennt erschrocken hinaus und sieht den 3 Jahre älteren Bruder, wie er mit einem dicken Holzstock hinter dem Kleinkind her rennt. Will er sie wirklich damit schlagen? Marina brüllt…

Immer die gleiche Szene am Abend: die Kinder machen Spaßkampf auf dem Elternbett, anstatt sich umzuziehen. Larissa ist müde und es ist noch so wahnsinnig viel Arbeit. Kochen, Schlafanzüge anziehen, Zähneputzen, Hände und Gesicht waschen, Zeckencheck, die Wäsche, Blumen gießen, … Larissa wünscht sich so dringend, dass die Kinder einfach nur mithelfen würden. Larissa schimpft und schreit alle an…

Ganz normale Situationen im Alltag. Sorge, Erschöpfung, Schreck oder Angst: das Gefühl von Überforderung. Und doch sind Marina und Larissa liebevolle und gute Mamas, die sich um das Wohl ihrer Kinder bemühen…

Aber ich habe mein Kind geschlagen!

Ich glaube, keiner gibt es gerne zu. Es ist ein peinliches Geheimnis: Ich bin mir sicher, dass viele Mamas ihr Kind schon einmal geschlagen haben. In verzweifelten und einsamen Situationen, in Situationen, in denen sie sich so hilflos fühlen!

Und da steht dieser kleine Bengel, wirft die Autoschlüssel ins Klo und grinst frech, wenn du ihn ertappst. Da ist es passiert. Da sind dir die Sicherungen durchgebrannt! Und du hast das Unaussprechliche getan: Du hast dein Kind geschlagen!

Du kannst die Zeit nicht zurückdrehen! Dich zu zerfleischen und selbst zu hassen, bringt dir nichts und deinem Kind ebenso wenig.

Was euch beiden wirklich hilft?

Der Entschluss, dass dies nicht mehr passieren wird. Ehrenwort! Das werde ich nicht mehr tun.

Denn mit dem Schlagen ist es leider wie mit Schokoladeessen: wenn man es sich einmal erlaubt, kann man in so ein Muster hinein rutschen, in dem man es immer wieder tut.

Aber deshalb lernst du ja jetzt, wie du aus deiner wahnsinnigen Wut heraus kommen kannst, wie du auf dich selbst achten kannst, damit du nicht mehr in diese ausweglose Situation gelangst.

Einverstanden?

Was passiert, wenn ich mein Kinder anschreie?

Es ist vor allem die Beziehung, die leidet, wenn die Mutter öfters überfordert, ja aggressiv reagiert. Es vergiftet euer Verhältnis und darunter leidet nicht nur ein kleiner Mensch, sondern auch ein großer Mensch, gleichermaßen.

In der gewaltfreien Kommunikation, wird das Anschreien, Abwerten, Beurteilen oft als “Wolfsgebell” oder “Wolfssprache” bezeichnet, weil es angreift und verletzt.

Und so, wie wir es unseren Kindern beibringen, werden sie es weitergeben: wenn Mama (oder Papa) mir meine Würde nimmt, mich abwertet und verletzt, dann gebe ich dieses Verhalten zurück. Dann kommen wütende Widerworte: “blöde Mama”, “gemeine Mama” oder sogar “du bist die schlimmste Mama der Welt!”

Ich schreie mein Kind oft an – was sind die Folgen?

Kinder, die oft angeschrien werden, leben in der ständigen Angst vor dieser Abwertung. Sie verlieren das Vertrauen in ihre Umwelt, handeln selbst trotzig, ängstlich, aggressiv. Sie haben keine Sicherheit mehr. Dieser Anker, dieser Fels in der Brandung, der eigentlich die Mama sein soll, der fehlt.

Sie fangen an, ihre Angst in ihrem Verhalten zu zeigen:

  • durch lügen
  • fehlendes Selbstvertrauen (“Ich bin es nicht wert, besser behandelt zu werden”)
  • Trotzige Reaktionen und Verteidigungshaltung
  • Klauen und Betrügen
  • selbst aggresiv schwächeren gegenüber werden.

Und nein: nicht jedes Kind, das lügt, betrügt oder schlägt muss automatisch ein Kind sein, das Angst vor seinen Eltern hat!! Fast jedes Kind probiert dieses Verhalten aus.

Aber was ist denn nun “oft” anschreien?

Was heißt denn “oft anschreien”, fragt eine Leserin. Am besten wäre, es würde gar nicht passieren, das wissen wir beide! Am besten wäre es, wir lebten alle harmonisch zusammen und würden den ganzen Tag nur singen, tanzen und Marshmallows essen!

Ein sicher gebundenes Kind in einer liebevollen Umgebung, kann die (gelegentliche) Genervtheit oder die schlechte Laune der Mama aushalten. Wirklich. Jesper Juul sagt sogar, dass Kinder echte Menschen als  Eltern brauchen und keine Pädagogen: das bedeutet, Du darfst als Mama auch mal die Nerven verlieren, wie jeder Mensch.

Bedenklich wird es, wenn du dein Kind öfter abwertest, wenn dein Schreien völlig außer Kontrolle gerät oder wenn es immer und regelmäßig passiert. Dann kann nämlich wirklich etwas kaputt gehen: deine Beziehung zu deinem Kind. Und dein Kind.

Erziehen ohne Anschreien – die eigene Einstellung

ich bin kein Fan von “über den Kopf” erlernten Verhaltensweisen: ich will dir keine Liste von Tipps geben, die du dir selbst wie Vorsätze um die Ohren hauen kannst um dich dann noch schlechter zu fühlen, wenn es nicht klappt.

Wenn du es mit deinem Gefühl lernst, wirklich verinnerlichst, ist es viel besser, einfach effektiver. Deshalb bitte ich dich, dir folgende Dinge ehrlich vorzustellen.

Ich habe dir versprochen, dass du mit diesem Artikel lernst, erst gar nicht mehr in Situationen zu kommen, in denen du schreien “musst”.

Fangen wir also damit an!

1. Sind Kinder wirklich etwas Anderes?

Kinder anschreiben Glückliche Kinder statt aggressive Mutter

Glückliche Kinder statt aggressive Mutter. ©ArturVerkhovetskiy/deposithpotos

Ich werde immer wieder gefragt: “Wie macht man das mit Kindern?” wie “geht man mit Kindern um?” Wir überlegen uns “kindgerechtes” Verhalten, wir hören und sprechen von Dingen, “die unsere Kinder brauchen”. Das setzt ein bestimmtes Bild voraus: das Kinder etwas Anderes sind. Wie eine eigene Spezies.

Schwarze Menschen und Frauen hatten lange Zeit einen ganz ähnlichen Status. Sie wurden als weniger menschlich, weniger Wert angesehen. Zum Glück sind wir jetzt schlauer!

Kinder haben in unseren Augen zwar einen sehr hohen Wert, wir würden fast alles für unsere Kinder tun. Doch ihre Ziele, ihre Motive werden stark von unseren unterschieden: sie werden als weniger sozial, als egoistischer und unwilliger, als faul, trotzig und frech eingestuft.

Gibt es einen Unterschied zwischen “Kindern anschreien” und “Erwachsene anschreien”?

Das Versehen eines anderen Erwachsenen werten wir als Versehen. Das, eines Kindes als Absicht. “Pass doch mal auf!”, blaffen wir Kinder an.

Kinder haben eine Trotzphase. Erwachsene wollen nur ihre Integrität und Würde wahren und selbst entscheiden: deshalb sind sie ja erwachsen.

“Entschuldige dich bei ihm!”, verlangen wir von unserem Kind. Und sagen im gleichen Atemzug zu unserem Mann: “Wenn du mich zwingst, dann werde ich es erst recht nicht tun!”

Wenn du dich also fragst, wie du in dieser oder jener Situation mit deinen Kindern umgehen sollst, dann stell die Frage doch mal ganz anders: wie würdest du mit Erwachsenen in der gleichen Situation umgehen?

Wie würdest du wollen, dass mit dir umgegangen wird?

2. Warum sind wir als Mutter überfordert?

Dumme Frage? Es ist ja wohl klar, dass wir einfach viel zu viel tun müssen? Dass wir am besten alles gleichzeitig tun müssen? Es wird sogar noch besser!

Überlege dir alles, was du als Mama täglich erledigen musst. Überlege dir, was in der Wichtigkeit ganz oben steht, dir also besonders wichtig ist und was weiter unten.

Bleibe dabei ganz ehrlich, wenn es geht. Fällt dir etwas auf? Wir neigen dazu, Wäsche aufhängen, Kochen, Putzen, Blumen gießen als Arbeit zu sehen. “Die Kinder nicht anschreien” – aber nicht. Das steht wahrscheinlich auf keiner  der schönen “To-Do-Listen”, die wir so gerne schreiben. Oder?

Ein Beispiel:

Wenn ich meinen eigenen Abend reflektiere, sehe ich einen Berg Arbeit. Wenn ich die Kinder ins Kinderzimmer schicke, damit sie sich umziehen, lausche ich, ob sie es tun. Wenn ich das Gefühl habe, es könnte klappen, strömen in meinen Kopf unendlich viele Dinge, die ich noch erledigen muss.

Die Wäsche aus dem Keller raufbringen. Das Klo säubern. Die Küken fangen und füttern. Es ist ruhig im Kinderzimmer, also lege ich los und hake meine Liste ab. Es wird lauter. Ich werde selbst lauter und rufe, sie sollen sich schnell umziehen.

Renne hinaus um den Müll rauszubringen. Komme wieder, das Kinderzimmer scheint zu explodieren: die beiden großen Jungs verprügeln sich mit Kissen, der Kleine kreischt. Ich fahre wütend dazwischen.

Was soll das heißen?

So. Was wäre, wenn auf meiner Liste “Kinder nicht anschreien” als wirkliche Arbeit gestanden hätte? Dann wäre sie vielleicht noch vor: “Wäsche zusammenlegen” gekommen. Ich wäre mit in das Zimmer gegangen und hätte das Umziehen begleitet. Kein Heulen, keine Kissenschlacht, kein Wüten von mir.

Es ist kein Wunder: zum Einen haben wir generell zu viel zu tun und sind sehr oft allein damit. Zum Anderen ist auch in den Augen der Gesellschaft “Betreuung und Begleitung” kein richtiger Wert.

Noch immer wird davon ausgegangen, dass Beziehungsarbeit, eine schöne Stimmung, ein harmonisches Miteinander einfach so von selbst passiert und ganz sicher nicht entlohnt werden muss. Es ist selbstverständlich, es geht nebenher: aber das ist es nicht. Deine Arbeit “nicht anschreien” und “gute Stimmung” ist echte Arbeit!

3. Deine Bedürfnisse

“Ich würde nur mal gerne in Ruhe aufs Klo gehen können” – ist ein beliebter Satz von Mamas, die kleine Kinder und Babys haben. Und hey: das ist doch wohl wirklich nicht zu viel verlangt.

Aber das wir unsere Bedürfnisse aufs “Klo gehen” herunter schrauben, kostet uns viel Kraft und Energie. Da ist doch noch viel mehr, mal ehrlich, oder?

Vielleicht sind es kleine Ruhepausen, vielleicht ein Gespräch, Verstanden werden und Unterstützung. Vielleichth sind es auch größere Wünsche und vielleicht träumen wir manchmal sogar davon uns selbst “zu verwirklichen”. Aber davon spricht niemand, oder?

3 Beispiele:

Marie hätte ja so gerne dreimal in der Woche morgens Zeit für sich. Einfach in Ruhe für sich arbeiten. Aber ihr Sohn Max will nicht in den Kindergarten und auch nicht zur Oma. Also will Marie ihm seine Wünsche erfüllen und verzichtet auf den ruhigen Morgen…

Jette würde so gerne ins Yoga gehen, damit ihre Rückenschmerzen besser werden. Nur zweimal im Monat. Aber ihr 2- Jähriger Linus kann nur mit ihr einschlafen. Papa hat keine Geduld dafür und deshalb bleibt Jette zu Hause und opfert sich zum Wohl des Kindes…

Alle Kinder kommen in der Nacht ins Familienbett. Papa ist das egal. Erika, die Mama, kann nicht mehr richtig tief schlafen, sobald alle 3 Mädchen bei ihnen liegen. Es ist eng, es ist heiß, sie bekommt Füße ins Gesicht geschlagen. Sie flüchtet aufs Sofa, das ist schmal und hart. Erika tut jeden Morgen alles weh und sie ist müde, müde, müde…

Und noch ein Beispiel, das dir vielleicht bekannt vorkommt:

Reiner, der Papa, braucht eine Stunde Pause, wenn er vom Arbeiten kommt. Er zieht sich zurück und döst oder spielt Computer. Sonst ist er einfach nicht zu gebrauchen…

Ja, du hast es auch gemerkt, oder?

Die genannten Familien versuchen Bedürfnisse zu erfüllen. Alle. Außer die der Mama! Kennst du das? Du denkst vielleicht: “die Klügere gibt nach” oder “das ist ja nicht so wichtig” und “das halte ich schon aus”.

Aber in einem guten System leben Menschen miteinander, die alle zufrieden werden können!

Natürlich gibt es Zeiten, in denen wir die Zähne zusammen beißen müssen oder Situationen, die uns unangenehm sind, thats life. Und doch kann ich dir sagen: wenn du anfängst die Kinder (oder auch deinen Mann) anzuschreien, dann hast du wahrscheinlich ein bisschen zu oft geschluckt und zurück gesteckt. Dann ist es Zeit, deine Bedürfnisse wieder zu sehen und wichtig zu nehmen.

Dann kannst du auch Erziehen ohne Anschreien! Versprochen!

Dein persönlicher Wegweiser zum Glück

Es ist ok, wenn du ein Bedürfnis hast. Es ist wichtig! Nimm es ernst. Auch, wenn du es nicht sofort erfüllen kannst – gerade dann! Deine Bedürfnisse sind dein persönlicher Wegweiser zu deinem Glück: und wenn du glücklich und entspannt bist, dann kann es auch deine Familie sein.

Es ist nicht richtig als “Familienoberhaupt” ständig zurück zu stecken. Dann bist du ein Nervenbündel, am Ende und was passiert dann? Du schreist alle an. Du bist ungeduldig und genervt, du wertest ab und verletzt.

Also traue dich! Traue dich selbst, deine Bedürfnisse zu spüren, sie zu erkennen. Nimm dir eine halbe Stunde Ruhezeit mit deinem Kaffee und deinem Buch. Hole dir Hilfe. Geh aufs Klo. Schicke die Kinder am Abend in ihr Bett und bestehe auf deinen Feierabend.

Trau dich!

Artikelbild: ©SIphotography by depositphotos.com

8 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Danke Susanne.
Toll geschrieben.
Wie immer 😚😚😚

Antworten
Anna-Constanze Schöffler
1. Oktober 2018 21:21

Liebe Susanne.
Toller Artikel. Ich stimme dir da voll zu.
Nur wer sich selbst auch sieht und sich seine eigenen Bedürfnisse erfüllt, der bzw die kann gelassener und ruhiger mit den Kindern sein.
Ich übe es. Jeden Tag! ☺️

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Toll geschrieben. Danke

Antworten

Liebe Susanne, vielen Dank für die grossartigen Artikel. Ich würde mit meinen Kindern gern intensiver ueber Bedürfnisse und Gefühle sprechen, ihnen gern das nötige Vokabular dazu beibringen. Kannst du Bücher oder pädagogisches Material (Bildkärtchen o.ae.) empfehlen? Viele Grüße und danke!

Antworten

    Liebe Katharina

    Je nach dem wie alt deine Kinder sind, finde ich, ist es viel wichtiger, selbst “den Überblick” und das Einfühlungsvermögen zu haben, als deine Kinder “kopfmäßig” an dieses Thema heran zu führen. Sofern du einen Blick für dich und deine Bedürfnisse hast und ebenfalls einen Blick für ihre Bedürfnisse, sofern du dich nicht in Machtkämpfen verstrickst und stattdessen das Grundbedürfnis hinter dem Verhalten erkennen kannst, wird dein Kind dies ganz “von selbst” lernen. Genauso wie du nicht erklären wirst, wie man einen Pfannkuchen backt, sondern ihn einfach mit deinem Kind backen, oder wie du nicht stundenlang minutiös über das Gleichgewicht-Halten beim Radfahren referierst, sondern dein Kind darin unterstützt, sich auf ein Rad zu setzen und zu fahren, ist es genauso mit dem emotionalen Lernen. Wir brauchen dieses Wissen nur deshalb im Kopf, weil wir es eben nicht wie Radfahren und Muttermilchtrinken gelernt haben, sondern weil es leider in unserer Erziehung sehr oft noch kein Thema war und auch für unsere Eltern noch nicht so bewußt da – unsere Eltern und auch die Schule war noch oft mehr auf “gehorchen” und “folgen” und “Leistung erbringen” oder “brav sein” ausgerichtet und nicht darauf, zu erkennen, was wir wirklich brauchen. Deshalb müssen wir uns das jetzt wissentlich aneignen. Wenn Kinder zu früh zu kopflastig an solche Dinge heran geführt werden, hilft es ihnen oft gar nicht weiter. Wenn dein Kind wütend ist, reicht es, wenn du ihm hilfst, das zu erkennen. “Du bist ja unheimlich wütend.. so wütend, dass du nach Mama haust! Da musst du aber ganz schön wütend sein”.. usw. “Weisst du, ich glaube, wenn du von der Schule kommst, brauchst du erstmal eine Pause, du könntest etwas malen und ein Hörbuch hören, danach unternehmen wir dann was zusammen”.. etwas in der Art. Dafür brauchst du im Grunde nur selbst eine gute Reflektionsfähigkeit und Einfühlungsvermögen für dein Kind. Und die bekommst du, in dem du auch dich selbst reflektierst und auf deine eigenen Bedürfnisse achtest: denn an uns selbst können wir auch die Welt der anderen verstehen. Du hast also im Grunde schon alles, was du brauchst!

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