Mama und Kind

Überforderte Mutter: So bekommst du dein Leben und dein Kind unter einen Hut!

“Ich fühle mich als Mutter mittlerweile total überfordert. Ich kann nicht mehr und habe schon Angst, kurz vor dem Burnout zu stehen.”

Wenn dir Gedanken wie dieser häufiger kommen, dann ist es Zeit, etwas an deiner Situation zu ändern. Denn klar: Das Leben als Mutter mit Kind (oder Kindern!) ist definitiv eine Herausforderung.

Aber es darf eine sein, die Spaß macht und der du dich gewachsen fühlst. Es muss keine sein, die dich dauerhaft überfordert und an den Rand deiner Leistungsfähigkeit bringt. Wie das funktionieren kann, liest du in den nächsten Zeilen!

Überfordert mit Kind: Nicht aufgeben!

Überfordert sind alle Mamas irgendwann mal. Vor allem im ersten Jahr vom Kind, oder wenn man schwanger ist und schon Kinder hat.

Die Überforderung kann auch mit einem Schlag vorbei sein, wenn sich ein “Knoten” plötzlich löst, eine kindliche Entwicklung plötzlich stattfindet und ein Verhalten einfach wieder verschwindet. Du kannst heute noch denken “das ändert sich nie wieder” – und morgen wird es schon besser.

Und glaub mir: alle Mamas haben dieses Gefühl immer wieder, dass sie überfordert sind, nicht mehr können, dass alles zu viel ist. Ehrlich! Auch, wenn sie blendend aussehen, und behaupten, ihre Kinder schlafen durch und streiten nie!

Woran erkenne ich, dass ich ernsthaft überfordert bin?

Die Symptome für eine überforderte Mutter, merkst du am besten an dir selbst: wenn du schnell am Rande deiner Nerven bist, schreist, keine Geduld hast, keine Ruhe findest.

Wenn du das Gefühl hast, niemandem gerecht zu werden, dich in 5 Teile zu zerschneiden und dich in der Luft zu zerreissen, damit alle zufrieden sein können – und es funktioniert oft trotzdem nicht.

Wenn du kaum noch Ruhepausen findest, keine Zeit mehr hast um “Luft zu holen” und keinen Nerv mehr hast um deine Kinder auch mal zu genießen.

ließ auch hier: Kinder anschreien

Kein Grund sich zu schämen wegen Überforderung!

Es gibt Situationen und Anforderungen im Mama-Alltag, die sind einfach zu viel! Wir haben aber trotzdem keine Hilfe dafür: es ist also kein Grund, sich für dieses Gefühl zu schämen!!

Wenn so eine Situation im Arbeitsmarkt immer wieder aufträte, gäbe es einen Runden Tisch oder eine Konferenz und es würde beschlossen, dass in dieser Situation mehr Personal nötig ist oder bessere technische Hilfsmittel. So etwas gibt es für Mamas nicht.

Wenn also das Baby auf den Arm will und die zwei größeren Kinder sich die Köpfe einschlagen bis du eingreifen solltest – dann fehlen dir schlicht Hände. Das überfordert dich als Mama, beweist aber nicht, dass du unfähig bist! (Wir gehen nachher noch darauf ein, was du trotzdem tun kannst)

Mama-Burnout ist nicht selten

Das Burnout-Syndrom ist uns zwar von der Arbeitswelt geläufig, erreicht aber inzwischen auch immer mehr Mamas: lang anhaltendes Gefühle von Überforderung, können zum Burnout führen.

Vielleicht fühlst du dich jetzt schon so, als könnte das zutreffen, deshalb habe ich folgende Liste aufgeschrieben, die du dir ansehen kannst und überprüfen kannst, was davon zutrifft:

  • Lustlosigkeit, Übellaunigkeit, Gereiztheit
  • Gefühle des Versagens, Sinnlosigkeits-Gefühle
  • Angst, den Anforderungen nicht gewachsen zu sein
  • Permanente Kraftlosigkeit, Müdigkeit, Erschöpfung (und nicht nur, wenn die Nächte durchwacht werden, wegen dem Baby)
  • Schlafstörungen, trotz Müdigkeit (Einschlafprobleme)
  • Verzweiflung, Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit
  • Erschöpfungs-Depression
  • chronische Motivationslosigkeit
  • körperliche Symptome (Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Schwindel, Hörsturz, Tinitus, Magen-Darmbeschwerden, häufige Infekte)

(Quelle: https://www.palverlag.de/Burnout.html)

Überfordert mit dem Haushalt

überforderte Mutter

Oh nein! Schon wieder Wäscheberge! Bildrechte: Balazs/depositphotos

Kinder machen Chaos. Kinder machen schmutzige Wäsche. Kinder kippen Puzzle aus und laufen weg, sie ziehen das unterste T-Shirt aus dem schön gestapelten T-Shirt-Stapel, sie leeren Lego aus und verteilen selbst gemachte Knete auf dem Teppich.

Das ist viel Arbeit. Dazu kommt, dass du vielleicht arbeiten gehst, am Vormittag keine Zeit zum Aufräumen hast, die Wäsche sich stapelt, das Klo vom neuen Klogeh-Anfänger vor Dreck steht,..

Und wie war das mit dem frischen Essen-Zubereiten? Das wünschen sich viele Mamas und tun genauso viele Mamas auch wirklich. Jeden Tag.

Das ist verdammt viel Arbeit!

Um aber damit nicht dauerhaft so überfordert zu sein, dass du keine Zeit mehr für dein Kinder, deinen Mann und vor allem dich selbst hast, musst du!  – Ja, du kannst diesen Satz bestimmt schon selbst beenden – musst du also kürzer Treten!

Anders geht es nicht! Du brauchst entweder Hilfe (eine Putzkraft) oder eindeutig mehr Unterstützung von deinem Mann oder jemanden aus der Verwandtschaft oder einer Freundin.

Das Schwerste daran ist nicht, sich jemanden zu holen oder weniger zu machen: das Schwerste daran ist die eigenen Ansprüche an sich selbst ab zu schrauben, dies einzusehen: das ist zu viel. Es geht nicht. Und das ist ok.

DAS IST OK! Du bist ok!

Einfach mal einfacher!

Eine Spülmaschine laufen zu lassen kostet 13 Cent. Wenn du also aus Spargründen die Töpfe jeden Tag abwäschst: lass es doch einfach mal sein und gönn dir für 13 Cent etwas mehr Zeit.

Wenn ich für meine Kinder Gemüse koche, dann mögen die das nicht. Wenn ich es einfach nur klein schneide und hinstelle: ist es sofort weg gegessen. Also warum nicht anstatt frisch zu kochen, einfach nur frisch aufschneiden? Warum nicht einfach mal die unbeliebte (und nicht mal so gesunde) Salatsoße weglassen und einfach einen riesigen Rohkostteller hinstellen?

So kannst du durch deinen Haushalt gehen, alles anschauen, was viel Zeit und Energie frißt und kleine Kürzungen vornehmen. Überall ein bisschen weniger: ich wette, das reicht auch noch!

Überfordert mit deinem Kind

überforderte Mutter

.. nur mal kurz abschalten?! Nicht möglich! Bildrechte: TatyanaGl/depositphotos

Oft haben wir auch hier mit unseren eigenen Ansprüchen zu kämpfen. Unser Kind soll es gut haben. Es soll eine gute Mama haben und es soll: ja ehrlich, es soll am besten glücklich sein.

Immer.

Und wenn es das aber nicht ist? Dann nagt es an uns. Dann fühlen wir uns überfordert. Haben wir denn nicht alles getan? Und da sitzt das unzufriedene Kind heulend über der Möhrensuppe, die es gestern noch geliebt hat und die du nur deshalb heute wieder gekocht hast.

Aushalten – nicht Aufhalten!

Es kann schon das Gefühl der Hilflosigkeit und Überforderung auslösen, wenn wir merken, dass wir unsere Kinder nicht glücklich machen können. Dass sie mit der echten Welt konfrontiert werden, das Wachsen und Lernen auch weh tun kann.

Wir können den Kinderstreit nicht schlichten, nicht für Harmonie sorgen und unsere Kinder nicht vor allem Unbill behüten: unser Job ist das aber auch gar nicht.

Es macht uns deshalb so überfordert, weil es gar nicht geht! Unser Job als Mama ist nämlich nicht, alles Böse aufzuhalten – unser Job ist es, den Kummer unserer Kinder auszuhalten: ihn anzunehmen, mit ihm zu leben und ihn zu begleiten.

Annehmen lernen!

Für Kinder ist es ok, sich auch mal das Knie anzuschlagen oder mit dem Bruder zu streiten, wie Kesselflicker. Sie scheinen manchmal Gründe dafür zu suchen, wie die sprichwörtliche Nadel im Spielzeughaufen!

Doch warum macht dir das so ein schlimmes Gefühl? Was ist dein Anteil in dieser Situation, die du so händeringend versuchst zu vermeiden? Ist es tatsächlich die Lautstärke? Die Angst vor Streit und Kampf? Was ist so schlimm für dich?

Denn wenn du es gefunden hast, was du so schlimm findest, deinen eigenen Anteil – wird es dir leichter fallen, die Situation zu “ertragen”. Und dabei geht es nicht um Schuld!

Marie: Überfordert mit zwei Kindern

Marie ist sehr Harmonieliebend. Sie will nicht, das ihre Kinder streiten. Also versucht sie, dies zu vermeiden. Sie kauft jedem Kind die gleichen Dinge und ist besonders gerecht. Trotzdem finden ihre Kinder immer “den Haken”. Der eine Apfelschnitz ist dicker, das Überraschungsei ist schokoladiger und der Legostein hält besser!

Marie ist verzweifelt: sie weiß nicht mehr, was sie tun soll, damit ihre Kinder endlich nicht mehr streiten. Bis sie bemerkt, dass ihre Kinder nicht mal so ungern streiten. Sie scheinen mit Feuereifer dabei zu sein!

Sie diskutieren und verhandeln mit Geschick, bis alle zufrieden sind. Nur das Geschrei dabei, kann Marie nicht aushalten. Sie fasst sich ein Herz und bittet um Ruhe: “Wenn ihr so laut streiten müsst, dann könnt ihr das in eurem Zimmer tun. Hier mag ich das nicht”

Überfordert mit Baby und zwei Kindern

Ich habe vorhin das Beispiel gebracht, von dem schreienden Baby und den Kindern, die sich prügeln. Vielleicht kennst du so eine, oder eine Ähnliche Situation?

Optimal wäre natürlich, wenn noch jemand Erwachsenes da wäre, der dir helfen könnte, in so einer Situation. Da du aber im Alltag wahrscheinlich nicht ständig so jemanden hast, kannst du trotzdem etwas tun.

Und es hat wieder etwas damit zu tun, dass wir uns sehr unter Druck setzen mit all den Ansprüchen an uns selbst: immer das Beste für unsere Kinder zu tun.

Kurze Wartezeiten

Nennen wir diese Frau, mit dem schreienden Baby und den prügelnden Kindern Anne. Anne sieht, dass ihre beiden großen Buben wild übereinander herfallen. Sie mag keine Gewalt im Haus und es geht hart zur Sache. Sie muss etwas tun, um ihre Buben zu schützen.

Sie legt das Baby für einige Augenblicke in die Wiege (Laufstall, Sofa mit Rand,..) und sagt klar und sehr überzeugt mit ruhiger Stimme: “Ich bin hier, ganz nah, ich nehme dich gleich wieder hoch!”

Dann wendet sie sich ihren beiden Jungen zu. Sie trennt die Kampfhähne und setzt vielleicht jeden auf einen Stuhl. “Jetzt wird gesprochen. In diesem Haus sprechen wir mit Worten. Hans zu erst”… In dieser Klärungsphase, kann Anne das Baby schon wieder hochnehmen.

Es hat keinen Schaden genommen

Ein Baby, das tagelang schreit und allein in einer Wiege liegt, das nimmt Schaden.

Ein Baby, das eine Mama hat, die nicht auf es reagiert und das keinen Körperkontakt zu spüren bekommt, kann sogar sterben.

Aber ein Baby, das immer gut und fürsorglich umsorgt wird, dass aber ab und zu einige Minuten hingelegt wird, das dabei aber vertraute Stimmen hört, vertraute Dinge sieht und riecht und  spürt, dass die Mutter da ist und es gehört und verstanden hat: das nimmt keinen Schaden. Selbst wenn es dabei schreit!

Der liebe Perfektionismus

Du hast so viel Wissen und Information: über alles, was deinem Kind schaden könnte. Über alles, was passieren kann und darüber, wie gut andere ihr Mama-Dasein auf die Reihe bekommen (scheinbar)

Wir leben in einer Gesellschaft, in der Leistung zählt, in der wir leider bewertet werden, schon als kleines Kind. Wir haben gelernt uns selbst zu bewerten und Noten zu geben.

Deshalb stellen wir uns irrsinnig hohe Ansprüche als Mama. Und brechen unter unserem eigenen Druck manchmal schier zusammen. Das ist nämlich die reinste Überforderung, was wir da von uns verlangen.

Woran merkst du dass du perfektionistisch bist?

An den kleinen Wörtern: “Immer” und “Niemals”. Wenn du dir sagst, dein Haushalt soll immer gut aussehen, du selbst sollst niemals zu dick oder unsportlich sein auch nicht nach der Geburt, dein Kind soll niemals unglücklich sein.

Dein Baby soll niemals schreien müssen, dein Kleinkind sich niemals zurück gestellt fühlen wegen dem Baby.

Deine Kinder sollen niemals streiten müssen und dein Wohnzimmer niemals im Chaos versinken. Du willst immer geduldig sein und niemals schreien. Daran erkennst du den wahren Perfektionismus.

Wir hetzen also Ansprüchen hinterher!

Um wieder selbst Herrin der Lage zu werden, ist es wichtig, die eigenen Ansprüche zu überdenken: was davon ist eigentlich mir wirklich wichtig? Was davon kommt von Tantchen Rosemarie, die meint, es muss immer sauber sein?

Was davon kann ich vorübergehend zurück stellen und was lässt sich vielleicht eine Weile lang etwas kürzen?

Du solltest zu einem Punkt kommen, an dem du selbst das Gefühl hast, es gibt Pausen für dich im Alltag.

Auf die Bremse treten

Den schwierigsten Schritt hast du schon getan: du hast schon bemerkt, dass du dich überfordert fühlst. Der nächste Schritt, ist, sich dafür nicht zu schämen und sich nicht zu noch größeren Höchstleistungen anzuspornen.

auf die Bremse zu treten, bis du wieder Pausen und Ruhe im Alltag hast. Um Hilfe bitten, damit dein Mann sich um den Abwasch kümmert oder mal das Baby schunkelt.

Aber auch die Ansprüche herabsenken, damit dein Kind in allem Frieden über sein verlorenes Legoschwert heulen darf, ohne dass du dich als schlechte Mama fühlst.

Das entspannt euch!

Ich habe lange Zeit meinen zarten mittleren Sohn beschützt. Immer, wenn es Streit gab, habe ich mich schützend für ihn eingemischt. Bis ich gemerkt habe, dass ich total überfordert war, mit ihren Streits.

Jetzt höre ich mir ihre Probleme an und weil alle Lösungen, die ich vorschlage sowieso nicht angenommen werden, warte ich einfach ab, bis es eine Lösung von den Kindern gibt.

Und die gibt es. Sie diskutieren, sie schreien, sie streiten, aber ich höre immer öfter auch, wie sie ruhig Kompromisse aushandeln. Sie merken, dass ich viel entspannter mit ihren Streits umgehe, seit ich aufgehört habe, eine Lösung für sie aus dem Ärmel schütteln zu wollen.

Bildrechte, Titelbild: photographee.eu/depositphotos 

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