Mama und Kind

Geschwisterstreit: Was gegen Streit, Schlagen und Eifersucht wirklich hilft!

Geschwisterstreit ist eine anstrengende und belastende Sache: Der Haussegen hängt schief und es fühlt sich einfach schlecht an, wenn zwei (oder mehr) kleine Menschen, die man doch über alles liebt, sich ohne Ende zoffen.

Dazu kommt noch: Als Mama (oder Papa) hat man eh schon genug zu tun. Und denkt sich dann verständlicherweise: Nicht auch das noch!

In diesem Artikel findest du daher ein paar konkrete Tipps was du gegen verbalen und körperlichen Streit sowie gegen Eifersucht unter Geschwistern tun kannst – denn das ist häufig eine der Ursachen.

Geschwisterstreit den ganzen Tag …

Da war das Baby noch ein richtiges Baby, da ging es schon los. Vergleiche: “Der hat aber mehr” und “Nein, der soll nichts trinken!”

“Du bist meine Mama ganz allein!”, flüstert mein Kleinster mir seit zwei Jahren zu, wenn er auf meinem Schoß sitzt oder ich ihn ins Bett bringe.

Und wie war das, als wir das zweite oder das dritte mal Schwanger waren? Fragten wir uns nicht, ob wir wirklich noch jemanden so sehr lieben können, wie das Kind, das wir schon hatten?

Bin ich eine schlechte Mutter, wenn meine Kinder streiten?

Sicher gibt es Dinge, die du tun kannst, damit deine Kinder weniger streiten, oder damit immerhin die Grundstimmung gut ist.

Sich aber einzureden, dass die Kinder nicht streiten würden, wenn wir “bessere” Mamas wären, ist in meinen Augen wieder typisch Mamas: unser zweiter Vorname ist doch “schlechtes Gewissen” und wann sind wir schon überzeugt davon, alles richtig gemacht zu haben? Ja genau: nie!

Kinder, die überhaupt nicht streiten, das sind vielleicht höchstens Kinder, die sich gar nie treffen oder berühren oder komplett unterdrückt werden.

Aber mich nervt der Geschwisterstreit so sehr!

Geschwisterstreit

Spricht für sich!
Bildrechte: Wavebreakmedia/depositphotos

Das Geschrei, das ewige Vergleichen, das Geheule und all das Fiese, was du dir anhören musst, das geht doch wirklich jedem auf die Nerven!

Stell dir vor, wie es deine Freunde oder ja, sogar deine Kinder nervt, wenn du dich mit deinem Partner vor ihnen streitest! Und mal ehrlich: das haben wir doch alle schon mal erlebt, dass auch Erwachsene sich streiten und nervt das nicht genauso?

Der Streit von anderen ist nunmal nichts, womit wir besonders gut umgehen können: und diese Hilflosigkeit nervt. Ich kenne niemanden, dem das nicht so geht und du bist keine schlechte Mutter, deswegen!

lies auch hier: Kinder nerven

Warum streiten Geschwister?

Du könntest jedem deiner Kinder ein identisches Haus bauen, mit genau denselben Spielsachen darin und du müsstest nicht lange warten, da würden sie wieder streiten!

Lass dir diesen Satz noch einmal durch den Kopf gehen, ich komme darauf nämlich später nochmal zurück. Was er vor allem bedeutet ist, dass es nicht darum geht, dass wir unsere Kinder “gleich machen” oder “gleich behandeln” müssen.

“Gerecht” zu sein ist nicht unser großes Ziel: das ist nämlich wieder so ein mütterlicher Anspruch, den man gar nicht erfüllen kann. Jede Beziehung ist anders, so wie jeder Mensch anders ist.

Warum also der Geschwisterstreit?

Es gibt tausend Gründe, warum deine Kinder streiten. Ich werde hier genau drei Gründe nennen, weil sie mir die Häufigsten erscheinen. Wir werden dann sehen, wie wir den Streit reduzieren können.

Reduzieren: aber nicht für alle Zeiten beenden. Das kann ich dir leider nicht versprechen!

Fangen wir also gleich mit den Gründen an:

1. Stress

Wann bist du selbst am streitlustigsten, am unausgeglichensten, wann nerven dich Verhaltensweisen von anderen am allermeisten?

Genau. Wenn du Druck und Stress hast. Wenn du mit dir selbst unzufrieden bist, wenn dir Erholung und Positives im Leben fehlt.

Genau dann sind wir nicht in der Lage gut und geduldig auf andere zu reagieren, wir können keine neuen Verhaltensweisen ausprobieren, sondern zeigen sicherlich die miesesten Seiten von uns selbst.

Dann Streiten Geschwister den ganzen Tag

Geschwisterstreit

Kennst du dieses Bild von zu Hause? Ich schon! Bildrechte: Copyright ampack/depositphotos

Genau dann, wenn die Kinder also unter Druck stehen, müde sind, Erholung bräuchten, fangen sie an zu streiten.

Sie streiten über jede Kleinigkeit, die sie finden können. Sie können sich verhauen oder anschreien, weil der eine einen Schluck mehr vom Kakao bekommen hat, als der andere.

Unter Stress sind also Geschwisterkonflikte am schlimmsten!

2. Eifersucht

“Das hast du aber gut gemacht!”

“Und ich? Ich hab das nicht gut gemacht?”

Obwohl ich mir sehr bewusst darüber bin, dass es völlig normal ist, unterschiedliche Beziehungen zu unseren Kindern zu haben, unterschiedliche Dinge an ihnen zu lieben, ist dort eine sehr hohe emotionale Verletzungsgefahr für unsere Kinder. Leider.

Loben wir den einen, fühlt sich der andere schlecht. Aber auch die Kinder untereinander vergleichen sich schnell miteinander. Die Einstellung entsteht:“Ich kann das immer viel schlechter, wie mein großer Bruder”.. (Und du kannst dir den Mund fusslig darüber reden, dass es daran liegt, dass er größer ist)

Kann ich denn gar nichts dagegen tun?

Ich glaube in Wahrheit können wir es nicht ganz verhindern. Aber es gibt schon ein paar Stellschrauben, die du hier drehen kannst.

Dabei geht es vor allem darum, sich selbst gut zu überprüfen, nicht darum, sofort alles perfekt zu machen.

ich gehe im Teil: “Was kann ich tun” ganz genau darauf ein!

3. soziales Training

Last, but not least kann Streiten für deine Kinder ein unheimlich gutes soziales Training darstellen.

Sich durchsetzen, sich behaupten, für sich selbst einstehen: wo kannst du das besser lernen, als in der “Schule” der Geschwisterstreits?

Aber auch einstecken, einen Rückschlag verkraften, durchhalten und “wieder aufstehen” sind alles wichtige Lernfelder für unsere Streithähne.

Streit kann also etwas Gutes haben!

Streiten ist wichtig für Kinder. Für Menschen. Selbst, wenn es mal darum geht, einen gewissen Frust abzubauen.

Es kann unheimlich viel gelernt werden und vor allem: wenn dieses Lernfeld der Konflikte fehlt, kann unheimlich viel nicht gelernt werden!

Deshalb geht es in diesem Text auch nicht nur darum, wie man Streit vermeiden oder verhindern kann! Das ist überhaupt nicht unsere Aufgabe.

Bei uns fängt immer ein bestimmtes Kind den Streit an..

Geschwisterstreit

Wüterich in Aktion… Bildrechte: Copyright olly18/depositphotos

Ich behaupte mal: in vielen Familien ist das der normale Alltag. Es gibt immer Kinder, die sich vielleicht leichter regulieren, die weniger schnell in Stress geraten.

Es gibt aber auch Kinder, die viel schneller deinen Stress spüren und umsetzen oder einen viel größeren Gerechtigkeitssinn besitzen, also mehr für Ordnung sorgen möchten.

Sie sind dann oft unsere “Störenfriede”, das sind die Kinder, die den Streit oft anzufangen scheinen: doch vielleicht haben sie sich einfach die Rolle in der Familie geholt, die am meisten aufzeigt, wo etwas schief läuft oder nicht gerecht ist? Vielleicht haben sie schlicht noch nicht gelernt, dies auf “angenehme”  Art zu tun? Oder ist dieser Job einfach nicht angenehm?

Mich nervt das so! Manchmal freue ich mich, wenn dieses eine Kind dann mal für ein paar Stunden nicht da ist!

Wahrscheinlich zuckst du schon zusammen, wenn du diesen Satz liest. Aber seien wir mal ehrlich: manchmal haben wir so einen Gedanken, oder nicht?

Um aus diesem Gedanken wieder heraus zu kommen und dem Kind tatsächlich zu helfen, wieder positiver Wahrgenommen zu werden, habe ich dir zwei ziemlich wirkungsvolle Vorschläge zu machen:

1. Pause genießen

Ja genau. Trau dich doch einfach, diese Pause zu genießen, wenn dein kleiner Streithahn im Fußball ist, bei Freunden oder in der Mittagschule.

Es ist ok. Vielleicht kommt der Tag, an dem du dein Kind so sehr nervst, dass es sich wünscht, du würdest mal endlich zu Freunden gehen oder länger arbeiten müssen?!

Es ist ok.

2. die Nacht zur Hilfe nehmen

Für meine Leser ist dieser Tipp nicht ganz neu, er ist aber so verdammt gut: Wenn du das Gefühl hast, du gehst schon auf 180 hoch, wenn du diese Streitgeräusche von diesem einen Kind hörst, dass du gar nicht mehr objektiv sein kannst, dann ist es Zeit für dich, die Nacht zur Hilfe zu nehmen.

Am Abend, kurz vor dem Schlafen versuche dich selbst daran zu erinnern, wo dieses Kind dir positiv aufgefallen ist, wo es “gefolgt” hat oder sogar sozial reagiert. Vielleicht reicht auch fürs erste eine Situation, in der du das Gefühl hattest, zu verstehen.

Wiederhole diese Übung an jedem Abend der Woche. Und glaube mir: es hilft. Euch beiden. Echt!!

Wenn Geschwister den ganzen Tag streiten. Was kann ich nur tun?

Ich möchte gleich mit dem schwierigsten Thema anfangen, dann haben wir das hinter uns. Es geht um Eifersucht.

Ich möchte dir aber sagen, dass es ein Prozess ist. Du musst nicht denken, dass du versagt hast, weil deine Kinder Eifersucht empfinden. Das ist normal. Wir sind als Menschen einfach noch nicht so weit, in völliger Harmonie miteinander zu leben. Eifersucht ist ein Lernfeld für unser Leben.

Und die Eifersucht unserer Kinder ist ein großes Lernfeld für uns selbst. Versuche dich nicht fertig zu machen, wenn du folgende Zeilen liest:

Eifersucht zwischen Geschwistern, was tun?

Überprüfe dich selbst nach dieser Liste, dann wirst du den einen oder anderen “groben Schnitzer” in deinem (oder eurem) Elternverhalten schon gleich herausfiltern können (und einfach bleiben lassen

  • keine Vergleiche mehr zwischen den Kindern
  • Lob geben, wenn der andere es nicht hört (Wenn es denn unbedingt sein muss)
  • keine Rollen mehr zuteilen (das ist mein aufgewecktes Kind, das ist mein Streithammel, hier ist mein Professor, du bist ja unser Schlaumeierle,.. )
  • Kritisieren nicht, wenn der andere zuhört (am besten überhaupt nicht, wenn jemand es hört, oder noch besser: überhaupt nicht)
  • keine Partei ergreifen in Streits. Lediglich da sein (komme ich später noch genauer drauf)
  • gut darauf achten: kein vermeintlich schwächeres Kind festlegen. Genau beobachten! (Wäre er wirklich schwächer, würde er dem vermeintlich stärkeren jetzt nicht das Spielzeug wegnehmen. Vielleicht ist er gar nicht schwächer?)

Natürlich gibt es noch viele Punkte mehr, aber fürs Erste möchte ich dir diese sagen, das wird schon ein ganz schöner Batzen sein, was du zu tun und zu überprüfen hast!

Menschen sind unterschiedlich – was tun?

Obwohl du jetzt stark darauf achtest, dass deine Kinder nicht mehr verglichen werden, keine Rollen mehr zugeteilt bekommen und nicht in Schubladen gesteckt werden, sodass sie sich schlecht fühlen müssen, hast du das Gefühl, nicht gerecht zu sein?

Kinder sind so verschieden. Menschen sind das. Du hast eine andere Beziehung zu Freundin B und zu Freundin A, oder? Du hast sie auch zu deinen Kindern. Das ist ok. Es wird sich sogar immer wieder wandeln.

Manchmal ist die Beziehung mit einem Kind schwerer, dann wieder mit dem anderen. Das eine scheint dich auf dem falschen Fuß zu erwischen, das andere harmonisch neben dir her zu leben: und plötzlich merkst du, das komplizierte Kind ist dir sehr nahe.

Du musst ihnen kein identisches Haus bauen

Zum einen würden sie trotzdem streiten. Zum anderen geht es auch gar nicht. Der Dreijährige braucht noch kein Taschengeld, er hat auch noch keine Wackelzähne, es kommt also noch keine Zahnfee.

Deine Tochter möchte ein Musikinstrument lernen, das muss dein Sohn dann aber nicht automatisch auch tun!

Tu deinen Kindern einen Gefallen und steh dazu! Versuche nicht krampfhaft “gerecht” zu sein. Sie werden damit klar kommen. Denn sie wünschen sich ja, in ihrer individualität wahrgenommen zu werden, keinem Kollektiv anzugehören. Auch wenn das manchmal vielleicht ein Schmerz ist.

Begleite sie darin

“Ich merke, dass es dir etwas ausmacht, dass Monika so oft bei anderen Kindern eingeladen ist”. Ja.

“Das ist ganz schön blöd für dich, oder? Es ist auch schwer, wenn sie dann nach Hause kommt und Süßigkeiten gegessen hat”. Total fies!

“Du hast vielleicht sogar das Gefühl etwas zu verpassen, oder? Kann ich gut verstehen. Ich kenne das Gefühl!” Hm.

Schmerz ist ein Teil des Lebens

Wir hätten es gerne anders für unsere Kinder. Aber wenn wir es nur krampfig vermeiden wollen, dann hat dein Kind das Gefühl, es darf keinen Schmerz empfinden.

Deshalb lieber akzeptieren: Menschen sind unterschiedlich. Auch deine Kinder. Wichtig ist nur, sie darin zu begleiten. Da sein. Mehr nicht.

Aber auch nicht weniger!

Du hältst es nicht mehr aus – was tun?

Der Punkt ist, erstmal zu verstehen, dass du den Streit nicht lösen musst. Du musst nicht krampfhaft für Gerechtigkeit sorgen. Du verstehst vielleicht nicht mal ganz genau, was für deine Kinder gerecht wäre.

Verinnerliche das!

Du kannst es auch nicht vermeiden, dass deine Kinder sich schlecht fühlen oder Eifersucht oder Neid empfinden.

Verinnerliche das!

Doch wenn du das Gestreite nicht mehr aushältst?

Trotz all der tollen Erkenntnisse macht es dich rasend: das Geschrei und Getobe, das Heulen und Kreischen. Diese ewigen Diskussionen.

Deshalb ist es Zeit für dich selbst zu sorgen. Sorge für dein Bedürfnis, das hinter diesem Gefühl steht: “Ich halte es nicht mehr aus”. Was könnte das sein?

Vielleicht das Bedürfnis nach Ruhe. Vielleicht auch das Bedürfnis, handeln zu können. Das Bedürfnis, deine Kinder zu beschützen.

Es ist alles andere als leicht, Konflikte auszuhalten!

Deshalb müssen wir umso mehr für uns selbst sorgen: uns in einen Zustand bringen, der es zulässt, dass wir einiges an Konflikten eben doch aushalten.

Wir haben selbst nicht gelernt, uns mit Konflikten wohl zu fühlen. Deshalb ist es wichtig, wieder etwas zu finden, womit wir uns wohl fühlen. Als Ausgleich.

Wenn es eben hilft, dass wir mit den Kindern nach draußen gehen, etwas unternehmen, oder uns mit Freunden treffen, heute mal nicht Saugen, oder uns ein Stück Schokolade genehmigen (Achtung das kann natürlich leicht zur Gewohnheit werden!), ein schönes Lied anhören, oder uns für 10 Minuten auf dem Sofa ausstrecken.

Ich ärgere mich so über den Geschwisterstreit! – Was tun?

Er klingt unlösbar, du fühlst dich mies, du würdest gern ein Kind in Schutz nehmen. Du wirst so richtig wütend über diese ewigen Konflikte!

Dann ist es an der Zeit etwas Neues  zu lernen und einzuüben: sich selbst heraus zu nehmen.

Das ist gerade als Mama ziemlich schwer, da wir sehr feine Antennen für das Leid unserer Kinder haben. Mit Absicht: denn nur dadurch sind wir in der Lage uns gut um ein Baby und Kleinkind zu kümmern.

Schalte dich nicht aus – halte dich nur raus!

Es geht nicht darum, sich nicht mehr darum zu kümmern. Es geht nur darum, nicht mehr die Partei für ein Kind zu ergreifen.

Beide Kinder führen ihr eigenes Leben. Auch schon als ganz kleine Kinder. Sie lernen etwas über Ursache und Wirkung (Wenn ich meinem Bruder sein heiliges Lego klaue, dann rastet er aus..). Es ist nicht an dir, diese Erfahrung zu vereiteln. Es ist nicht deine Aufgabe, deinem Kind ein Konfliktfreies Dasein zu ermöglichen.

Es ist nicht deine Aufgabe!

Beispiel:

Marcos kleiner Bruder Mikki geht immer wieder in sein Zimmer und spielt mit Marcos geliebter Playmobil-Ritterburg. Marco hat ansich nichts dagegen, dies zu erlauben, wenn nicht jedesmal etwas fehlen würde.

Mikki hat hinterher keine Ahnung, wo er das Ding hingetan hat. Er hilft auch nicht mit zu suchen und setzt sich nur wieder über das strickte Verbot des großen Bruders weg.

Dann erwischt Marco Mikki dabei, wie er Sachen von ihm unter das Bett kickt. Marco brüllt Mikki an und Mikki weint.

Gerecht?

Natürlich ist “Anbrüllen” nicht schön. Natürlich hört es sich schlimm an, wie Marco brüllt und Mikki weint. Mikki wirkt so klein und hilflos. Aber unterschätze Mikki nicht: er kann sehr wohl verstehen, dass er Marcos Sachen in Ruhe lassen soll.

Tut er aber nicht. Das hat er entschieden. Es würde ihn entmündigen, wenn du behaupten würdest, er hätte es nicht entschieden. (Er kann nichts dafür, er ist noch klein, ist auch eine Art der Entmündigung!)

Also hat er mit einer gewissen Reaktion auch gerechnet. Dass er am Ende über diese Reaktion traurig ist, ist völlig verständlich, denn wer wird schon gerne angebrüllt?

Doch auch der scheinbare “Aggressor” ist traurig!

Er fühlt sich mies und schrecklich: er hat seinen kleinen Bruder angebrüllt bist der weint. Einerseits will er ja gar nicht, das Mikki weinen muss.

Andererseits hat er ein schlechtes Gewissen: bestimmt bekommt er jetzt gleich Ärger, weil er Mikki zum Heulen gebracht hat.

Er darf das nicht, das weiß er genau. Unterschätze Marco nicht: er kennt sich aus mit den sozialen Regeln!

Halte dich also heraus!

ich wette, ich weiß genau, was dich an diesem Konflikt so wahnsinnig rasend macht! Ich hab drei kleine Jungen, ich kenne das! Was meinst du, wie viel diese Kinder hier streiten?

Was dich aber so richtig, richtig furios werden lässt ist nicht die Tatsache, dass Marco gebrüllt hat oder das Mikki weint: es ist schlicht und einfach die eigene Hilflosigkeit!

Du weißt überhaupt nicht, was jetzt jemand täte, der “gerecht” wäre! Du fühlst dich total überfordert damit.

Und das macht wütend! Und nervt!

Genau: Hilflosigkeit macht uns wütend und genervt. Das ist ein ganz einfacher Mechanismus im Gehirn. Hilflosigkeit wird dort als Gefahr wahrgenommen und wir reagieren mit entweder der einen Reaktion: Kämpfen (Hier ist sie, die Wut)

oder: Flüchten (Ja genau, lasst mich doch alle in Ruhe ihr blöden Kinder!)

Es ist also in Wirklichkeit so, dass du über deine eigene instinktive Reaktion hinweg kommen müsstest um wirklich gut reagieren zu können. Und das geht, in dem du diesen Text liest und ihn dir in der realen Situation nochmal ins Gedächtnis rufst. Das wird helfen. Versprochen!

Hilfestellung geben – jetzt aber richtig!

Mit diesen Tips wird es dir auf jeden Fall leichter fallen, ein harmonisches Familienleben zu führen. Und wenn es nicht harmonisch ist? Hilfst du, in dem du die beiden Parteien wahrnimmst:

  • “Marco, du fühlst dich bestimmt grade ganz mies, weil du Mikki angebrüllt hast” (Wahrnehmen)
  • “Mikki, ich glaube du bist ganz schön erschrocken, weil du jetzt weisst, dass Marco sehr wütend auf dich ist”. (Wahrnehmen)
  • “Das ist eine schwierige Situation für euch beide” (Anerkennen der Gefühle)
  • “Ich wette, ihr könnt eine wunderbare Lösung für sie finden!” (Vertrauen schenken) Und Abgang der Mutter 😉 (Sich selbst heraus nehmen. Für sich sorgen)

Bildrechte, Titelbild: Copyright ilona75/depositphotos

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