Mama und Papa

Unglückliche Ehe mit Kindern: Zusammenbleiben trotz Streit statt Liebe?

Eine unglükliche Ehe mit Kindern ist oft wie ein Tanz mit rohen Eiern – auf glühender Lava! Nach außen sieht die Fassade vielleicht noch ordentlich aus. Aber du als Mama opferst dich vielleicht schon seit längerer Zeit komplett für deine Familie auf.

Muss das so sein? Wegen der Kinder? Aus finanziellen Gründen, für die Zukunft? Wird das vielleicht wieder besser? Oder solltest du die Reißleine ziehen? Schließlich sollen die Kinder ja auch keine schlechte Ehe vorgelebt bekommen.

In diesem Artikel sortieren wir deine Situation etwas und ich helfe dir dabei, ganz konkrete Ansatzpunkte zu finden, damit du (mindestens) einen Schritt weiter kommst!

Streit zwischen Eltern, Abhängigkeit und eine unglückliche Ehe mit Kindern

Ist eine wahnsinnig schwierige Situation. Auch wenn es dir gerade nicht viel hilft, kann ich dir sagen: du bist nicht allein in dieser Lage. Wir haben eine Scheidungsrate von fast 50% in Deutschland. Dabei sind Trennungen (ohne Ehe) nicht mitgezählt.

Kinder zu bekommen ist einer der Top-10 Gründe, warum Ehen und Beziehungen auseinander gehen. Dann zersplittert die ganze Familie in eine Patchwork-Familie.

Und davon haben wir so viele, dass man bald schon als Exot angesehen wird, wenn man kein Flickwerk ist.

Elternstreit vor Kindern

unglückliche Ehe mit Kindern

Der arme kleine Kerl.. Bildrechte: TatyanaGl/depositphotos

Klar, habt ihr auch früher schon gestritten: bevor die Kinder da waren. Aber viel weniger. Außerdem: wen hat es gejuckt? Höchstens noch die spießigen Nachbarn.

Jetzt sind da plötzlich kleine Geschöpfe, die mithören und mitleiden! Man sieht es ihnen an, sie sehen ganz verloren und verlassen aus, wenn Mama und Papa streiten.

Sie entwickeln vielleicht sogar schon Verhaltensweisen, um den Streit zu verhindern, brüllen oder zornen dazwischen, halten zu einer “Seite” und fordern ein Elternteil auf, sich zu entschuldigen. Und natürlich ist euch beiden ganz klar, dass ihr es nicht tun solltet!

Elternstreit wegen Erziehung

Außerdem gibt es so viele Streits wegen der Erziehung: er würde vieles so anders machen, du bist nicht zufrieden. Er soll nicht so streng sein und so viel erwarten, die Kinder aber unbedingt wärmer anziehen und du magst es nicht, wenn er die Kinder schimpft.

Er meint, du bist irgendwie zu lasch und die Kinder tanzen dir auf der Nase herum. Oder ist er sogar der Meinung, du bist viel zu verkrampft und der ganze Kinderkram ist doch gar nicht so bierernst, wie du gerade tust?

Jedenfalls gibt es darum eine Menge Streit und du verzweifelst langsam daran, weil ihr überhaupt keinen gemeinsamen Nenner mehr findet: Ist er überhaupt der richtige Partner?

Zusammenbleiben wegen der Kinder?

Manchmal denkst du das tatsächlich schon: dass ihr nur wegen dem Kind zusammen seid. Oder wegen dem Haus. Oder wegen dem Geld.

Oder ist es diese Angst, finanziell von ihm abhängig zu sein? “Aber was ist mit der Liebe”, fragst du dich dann. Irgendwo zwischen schmutziger Wäsche und Kindergeschrei ist sie verloren gegangen… und du hast keine Idee, wie du sie wiederfinden sollst.

Er unterstützt dich nicht so, wie du es brauchst, reagiert ständig genervt oder aufbrausend oder schweigt. Er scheint wie ein Fremdkörper in der Familie zu sein und du bist so schrecklich einsam!

Würde eine Trennung die Familie zerstören?

Oder ist die Einsamkeit schon mit ihm groß genug – sodass der Unterschied vielleicht gar nicht mehr so groß wäre?

Was macht eigentlich mehr Schaden? Diese ganzen Streitereien, das Weinen und Türenschlagen, die Verzweiflung und die verbale Gewalt –

Oder wäre es einfacher, sich zu trennen? All diese Fragen kreisen in deinem Kopf. Manchmal scheint es besser zu werden mit ihm, dann bist du so erleichtert. Bis es dann wieder kracht. Und wie lange kannst du das noch aushalten?

Was ist eigentlich mit den Kindern?

Wenn es ständig Streit vor den Kindern gibt, Streit um die Kinder, Streit wegen der Kinder. Wenn Papa die Kinder anbrüllt.

Wäre es tatsächlich eine Erleichterung, wenn sie Papa nicht mehr jeden Abend sehen würden?

Wäre es vielleicht einfacher, entspannter? Würden sie vielleicht weniger von ihm lernen, von seiner Wut und seinen verbalen Attacken?

Und dann diese Schuldsuche!

Wenn nur der kleinste Quatsch falsch läuft, ist er sofort dabei, dich zu beschuldigen. Und was lernen die Kinder daraus? Mama ist Schuld!

Immer.

Du kannst es nicht mehr hören. Du kannst es nicht mehr fühlen. Immer dieser Angriff auf dich, auf dein Tun und Sein. Du bist am Ende damit!

Lies auch hier: Mein Mann kümmert sich um nichts

Oder ist Zusammenbleiben für alle das Beste?

unglückliche Ehe mit Kindern

Wo ist die Romantik hin? Bildrechte: bolshoy.stok@mail.ru/depositphotos

Du bist stark und leidensfähig: du könntest dein Wohl unterordnen. Einfach durchhalten, damit die Kinder ihren Vater nicht verlieren. Damit der Vater seine Kinder nicht verliert.

Du könntest es: aber wäre es Richtig?

Stärke wirst du wohl brauchen, doch ich kann dir sagen, dass es für dich und deine Gesundheit nicht gut wäre, einfach still zu leiden. Damit kannst du auf keinen Fall das Wohl deiner Familie erreichen: denn du bist ein Herzstück dieser Familie!

Dann soll ich mich doch Trennen?

Das habe ich nicht gesagt und du wirst es mich auch nie sagen hören. Es ist eine Entscheidung und deshalb sage ich dir Folgendes:  

Ich bin der festen Überzeugung, irgendwann mal gab es Liebe zwischen euch und diese Liebe ist wirklich im Alltäglichen, in all den Erwartungen, Enttäuschungen und der Überlastung vergraben worden.

Doch ganz ehrlich: das könnte dir mit jedem anderen Partner auch passieren und das wird es auch! Und weil ich dies so sicher glaube, bin ich auch sicher, dass du lernen kannst, die Liebe wieder zu finden. Bei diesem Partner, oder beim Nächsten.

Aber warum dann nicht gleich jetzt damit beginnen?

Genau. Warum nicht gleich jetzt damit beginnen: eine Beziehung ist Energie. Kraft und Energie steckt auch in dieser Beziehung. Ihr habt gemeinsame Zeit verbracht, ihr habt Vergangenheit und ihr habt eine Familie:

Alles gute Voraussetzungen um die Liebe auch wirklich wieder zu finden.

Und all das hast du mit einem neuen Partner noch nicht! Also gib dir einen Ruck, suche die Kraftreserven und trau dich, diese Beziehung noch einmal anzupacken!

Achtung: menschliche Vergangenheit!

Nein, ich meine nicht, dass du den Kopf einziehen sollst und still leiden. Denn auch das wirst du mich nie sagen hören, bzw. schreiben lesen:-)

Das Problem ist: du hast es mit sehr viel menschlicher Vergangenheit zu tun bekommen. Alte Traditionen, Verhaltensweisen und versteinerte Rollenbilder wirken gerade auf Beziehungen mit Kindern sehr stark ein und da hilft es nicht, einfach nur zu “ducken”.

Du hast eine Geburt geschafft (oder sogar mehrere), du hast so verdammt viel Kraft und du kannst es mit dieser alten Vergangenheit aufnehmen, dich aufrichten und deine Kraft spüren: du kannst das wirklich schaffen!

Und damit Geschichte schreiben!

Das sage ich nicht einfach nur so. Jedes mal, wenn wir diese alten Traditionen, Rollenbilder und Automatismen überwinden, schreiben wir ein kleines Stück Geschichte: für unsere Kinder und für uns selbst.

Für eine Welt mit mehr Liebe und weniger Gewalt.

Fangen wir gleich an!

Die eigene Stärke erkennen

Lisabet war tough und emanzipiert. Sie hat als Maschinenbau-Ingenieurin gearbeitet in einem Team mit lauter Männern. Das hat sie nie eingeschüchtert. Dann kam das erste Kind und in ihrem Inneren passierte etwas, es machte “Klick”:

Lisabet wünscht sich so sehr eine harmonische Familie, in der ihr Sohn Frieder unbeschadet und glücklich aufwachsen kann. Immer glücklich. Mit lustigen und lebensfrohen Eltern. Die sich lieben.

Die Realität überrollt sie und sie muss mit ansehen, dass Frieder einfach nicht ständig glücklich ist, dass seine Eltern vor dem Kleinkind streiten und dass es gar nicht so oft harmonisch ist.

Und schon fängt es an!

unglueckliche Ehe mit Kindern

Er merkt es trotzdem.. Bildrechte: AlexLipa/depositphotos

Lisabet beginnt ihre Bedürfnisse zu übergehen, versucht auf diese Weise “stark” zu sein und schluckt auch so manchen Streit herunter, damit ihr kleiner Frieder nicht leiden muss.  

Sie gibt an Stellen nach, wo Lisabet eigentlich gar nicht nachgeben will, sie nimmt ihrem Partner Arbeit ab, die sie eigentlich gar nicht abnehmen will und hält durch, wenn sie schon längst nicht mehr kann.

Und plötzlich merkt sie es selber: Das Rollenbild ist in alte Bahnen gekippt. Sie mag sich nicht mehr in der Beziehung, sie mag ihren Mann nicht mehr in der Beziehung und sie mag ihre Beziehung nicht mehr. Da muss sie raus.

Rosen streuen und Essen gehen?

Was ist denn nun gemeint damit: “die Liebe wieder zu finden” ? Etwas wie, einen Babysitter zu organisieren und Essen zu gehen? Das raten viele Beziehungs-Ratgeber: Macht doch mal wieder was Schönes zusammen!

Doch wie in meinem Lieblingsfilm “An deiner Seite”, wird auch nach so einem Abend der Alltag euch schnell wieder haben: hier fliegt das Paar zur Rettung ihrer Beziehung nach Venedig. Und wirklich, es funkt wieder!

Kaum zurückgekehrt, kapitulieren sie aber an dem Stapel Briefe und Rechnungen vor ihrer Haustür und sofort beginnt das Hamsterrad zu drehen, der Streit geht wieder los! Das ist also nicht mein Tipp.

Das Schöne, das man zusammen macht..

sollte doch genau das Leben sein, das man zusammen führt: müsste nicht genau der Alltag so sein, dass wir ihn gemeinsam ertragen?

Wieso sollte die Liebe fern von den Kindern und nur in einem Restaurant, Urlaub, Wellnesswochenende existieren?

Genau. Das wäre doch traurig. Wieso sollte die Liebe denn nicht dort sein, wo wir sind, mit den Kindern, mitten im Leben, mitten im Alltag?

Wie kann Lisabet also aussteigen?

Natürlich ist es für Kinder absolut schlimm, wenn die Eltern streiten. Für Kinder wäre es viel schöner im Gummibärenland aufzuwachsen, wo sich alle immer lieb haben und jeder nur rosa Wölkchen furzen kann.

Unterschätze dein Kind nicht, Lisabet! Frieder kann Streit aushalten, auch Streit der Eltern. Er kann sogar einiges daran lernen: nämlich das Menschen unterschiedlicher Meinung sein können, dass es sogar weh tun kann, aber das sie hinterher wieder zusammen finden können.

Und wie! Eben genau dieses “Wie” kann Lisabets Sohn also lernen, im Inneren nachahmen und in sein Leben mitnehmen: er lernt, Menschen dürfen total daneben sein, sie dürfen wütend sein, sie dürfen verletztend sein, sie dürfen unperfekt sein: eben menschlich. Und trotzdem lieben wir einander. Das kann Frieder also von den Streits lernen.

Deshalb ist es umso wichtiger, das Lisabet lernt, stark zu sein!

unglueckliche Ehe mit Kindern

Endlose Diskussionen.. und immer wieder das Gleiche? Bildrechte: Copyright imtmphoto/depositphotos

Denn Lisabets innere Haltung ist es, die wichtig für ihren Sohn ist: stark aber gewaltfrei, das ist unser großes Ziel! Stark kannst du in Konflikten auf zwei verschiedene Arten sein:

  1. Zu dir stehen: die Stärke, die Lisabet und vielen anderen Mamas schwer fällt, ist, zu sich und seinen Bedürfnissen zu stehen und auch mal mit Kraft darauf zu bestehen, dass diese wichtig sind.
  2. dem Angriff die Wucht nehmen: die Stärke, auch einem “Angreifer”, einem Angriff mit Verständnis zu begegnen – also gewaltfrei. Stell dir das vor, wie bei der asiatischen Kampfkunst: Dem Angreifer wird keine Chance geboten wirklich zu treffen und weil du unverletzt bleibst, hast du dann die Fähigkeit den Konflikt mit Verständnis zu lösen.

1. Zu dir stehen

Oft meinen wir, auch durch Tv und Zeitschriften beeinflusst, dieses “zu sich stehen” als Mama bedeutet, Mama geht einfach einen Tag ins Wellness und der Mann muss mit den Kindern klarkommen. Wenn dir das hilft: super.

Aber für mich klingt das wieder nach “Ausweichprogramm” und gerade nicht danach, den Alltag so zu gestalten, dass wir einander wieder aushalten.

Aber was ist dann damit gemeint?

Bedürfnis äußern

“Ich wünsche mir so sehr, du würdest mich verstehen – nur das!” Das klingt doch nach einem ganz einfachen Wunsch, oder? Aber überleg mal in die Vergangenheit, wann hat dein Mann dir diesen Wunsch das letzte mal erfüllt?

Es gibt eine Menge merkwürdiger Antworten auf einen solchen Wunsch. Vom genervten “Jaja, ich versteh schon, ich soll mehr machen, klar!” – über: “Was gibts denn da schon zu verstehen?”  zum Werkzeugköfferchen: “Wenn das so schwer ist, mach halt einfach weniger”.

“Nein, ich fühle mich noch nicht verstanden. Ich habe mir nur das gewünscht. Einfach nur, dass du mich verstehst!”  – “Ich versteh dich doch, du willst keine Hausarbeit machen”. “Nein, das habe ich nicht gesagt. Du kannst mich verstehen, wenn du dein Gefühl einschaltest”..

Nicht klein beigeben

Viele Männer haben gelernt (von ihren Vätern vielleicht, aber auch im Umgang mit ihren Müttern), das ein bisschen Säbelrasseln reicht und man hat wieder seine Ruhe.

Genervtes Abblitzen lassen, Schweigen oder auch Aufbrausen kannst du als solches verbuchen: Säbelrasseln. Dieses soll verhindern, dass du ihm (mit deinen Gefühlen) gerade zu nahe kommst (an seine Gefühle), und dafür sorgen, dass es keinen Stress gibt.

Wenn du also nicht sofort beleidigt einschnappst, dich zurück ziehst und dir sagst: “dann halt nicht” , kannst du über dieses Säbelrasseln hinaus kommen und zu einer wirklichen Begegnung gelangen.

Zurück zum Verstanden-werden-wollen

Das ist eines der Grundbedürfnisse des Menschen. Und deshalb bleibe ich jetzt genau bei diesem Beispiel. Wenn du dich also nicht verletzt zurück ziehst und deine Wunden leckst, weil dein Mann wiedermal verständnislos war, geht es endlich weiter in eurer Beziehung.

“Das ist schwer. Ich weiß. Versuche mich mit deinem Herzen, mit deinem Gefühl zu hören. Versuche es für mich: ich wünsche mir das so sehr”.

Es ist nichts erbärmliches oder bemitleidenswertes daran, ein Grundbedürfnis zu haben und zu äußern. Du brichst dir keinen Zacken aus der Krone, deinem Mann dabei zu helfen, es dir wirklich zu erfüllen.

Denn er weiß  zuerst wirklich nicht, was du von ihm willst.

Echt. Denn genau deshalb reagiert er dann auch so genervt. Er kann nicht kapieren, dass er nichts für dich “richten” muss, dass er das Problem für dich nichtmal lösen muss.

Er würde so gerne. Aber weil es ihn überfordert (er kann es ja auch nicht, egal was er macht) blockt er es ab, sich nur auf deine Gefühlswelt einzulassen.

Und das ist sogar eine ganz natürliche Reaktion von uns Menschen.

Fight or Flight

Das Leiden eines anderen, sei es das eigene Kind, das in der Schule gehänselt wird, die Eifersucht des Zweijährigen auf seinen Babybruder, der Mama so nah sein darf beim Stillen, das Unrecht, das deiner Freundin von ihrem Mann zugefügt wird.

Diese Gefühle versetzen uns in eine hilflose Lage, denn wir können diese Gefühle nur schwer ertragen und wir können nichts dagegen tun, außer sie zu ertragen.

Deshalb reagieren wir mit der Flucht oder Kampfreaktion auf genau diese Gefühle. Und eben das tut auch dein Mann.

Also vergiss deinen Stolz für einen Moment

Und hilf ihm wirklich dabei, dein Bedürfnis zu erfüllen.

“Ich weiß, du würdest mir gerne helfen. Du kannst das auch. Aber anders als du denkst, musst du mein Problem nicht ritterlich für mich lösen”.

“Es reicht, wenn du mir einen Moment deine Empathie schenkst. Versuche für einen Augenblick in meine Schuhe zu schlüpfen, mit meinen Augen zu sehen. Du kannst das!”

2. dem Angriff die Wucht nehmen

Vielleicht hast du es gemerkt: diese beiden Punkte hängen eng zusammen.

In dem du nämlich deinem Mann einräumst, etwas wirklich nicht zu können (im Gegensatz dazu nicht zu wollen), nimmst du schon den größten Teil aus der Wucht seiner Angriffe. Das bedeutet nicht, dass er sich jetzt alles erlauben darfst und du nur stoisch lächelst.

Das würde nämlich dem 1. Punkt “zu sich stehen” komplett widersprechen und überhaupt nicht helfen.

Ritterliche Motive

Sehr sehr oft steht genau hinter dem merkwürdigen und abweisenden, ja sogar verbal aggressivem Verhalten deines Mannes ritterliche Motive.

Vielleicht kannst du mit ihm darüber sprechen: er möchte dich beschützen, er möchte deine Probleme für dich aus dem Weg räumen. Er fühlt sich nicht wie ein “echter Kerl”, wenn er etwas nicht kann.

Das bedeutet: selbst seine oft ziemlich grausligen Verbalattacken haben oft (nicht immer) einen Hintergrund, der eigentlich ganz nett wäre, wenn du ihn nur hören könntest!

Beispiel

Rita versucht das Abendessen herzurichten, die Kinder streiten und jagen sich schreiend durchs Haus. Ihr Mann kommt heim und Rita atmet zuerst auf. Er wird sich jetzt bestimmt kurz um die Kinder kümmern können, damit sie noch die Nudelsoße machen kann.

Aber anstatt sie alle zu schnappen und was vorzulesen oder gemeinsam mit ihnen Tisch zu decken, brüllt ihr Mann sie alle an. Die Kinder weinen, Rita seufzt.

Jetzt muss sie kochen und Kinder -trösten zugleich und ihr Mann ist auch noch sauer. Warum eigentlich?

Seine Sicht der Dinge

Er kommt heim und sieht seine liebe Frau in arger Bedrängnis. Er ist kaputt vom Arbeiten und das ganze überfordert ihn mächtig.

Er weiß, wer seine Frau in Bedrängnis bringt: die Kinder sind schuld! Also muss gegen die vorgegangen werden, denn sie ärgern seine Frau.

Also stellt er sich ritterlich vor seine Frau und brüllt die Kinder an.

Mißverstanden!

Sein ritterliches Motiv wird also komplett mißverstanden. Er kann es aber auch nicht erklären, so reflektiert ist er vielleicht nicht. Oder er weiß einfach gar nicht, das du ihn nicht verstanden hast.

Wenn du den Hintergrund kennst, warum dein Mann etwas tut (und damit meine ich absolut nicht, dass er eine blöde Kindheit hatte, nein, mehr im Jetzt), fällt es dir garantiert leichter.

Angriffe müssen also gar nicht erst abgewehrt werden, sondern können als das verstanden werden, was sie sind: Unbeholfenheit, Unsicherheit und Überforderung, Überlastung und der Wunsch, dich ganz ritterlich zu beschützen.

Vergiss den Stolz – sei lieber stark!

Oder wie Rosenberg, der Begründer der gewaltfreien Kommunikation sagt: hast du lieber Recht oder bist du lieber glücklich?

Wenn du vor lauter Stolz und der festen Meinung “da muss er doch von selbst drauf kommen” keins deiner Bedürfnisse befriedigt bekommst, dann wirst du unglücklich leben.

Also fass dir lieber ein Herz und bestehe darauf: bestehe auf liebevolle Weise darauf und nimm deinen Mann an die Hand um ihm zu zeigen, wie er dich wirklich glücklich machen kann.

Dann wird er es auch versuchen.

Versprochen.

 

Bildrechte, Titelbild:  fizkes/depositphotos

2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Wow, da packst du mich gerade echt bei den Hörnern. Ich stehe kurz vor der Trennung. Ein Therapie-Gespräch soll diese Woche stattfinden. Mal sehen, ob ich deine Tipps umsetzen kann, oder ob es bei uns wirklich schon zu spät ist.

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