Mein Kind hört nicht und provoziert nur! 6 Wege aus der Krise

Henning ist Viertklässler im Hort.
Wenn er von der Schule kommt, ist er völlig ko
Seine Mutter kam um 12 Uhr nachts erst vom Arbeiten heim
Er hat mit ihr dann Hausaufgaben gemacht. Um 24 Uhr. Er ist 10.

Susanne ist noch keine Mama, sondern ganz frisch ausgebildete Erzieherin.

Henning findet  ein Spiel im Hort, das ihn etwas verschnaufen lässt. Er darf mit zwei anderen Jungen Lego bauen. Er wird ruhiger und kann still vor sich hin arbeiten. Seine Müdigkeit will sich gerade etwas legen, da kommt Susanne angeschossen und sagt: “Henning, ich möchte, dass du noch deine Sauerei vom Basteln aufräumst”

Bamm!

Zuerst tut Henning so, als hätte er das nicht gehört.
“Hey, Henning! Ich rede mit dir! Räum doch bitte noch deine Sachen da weg!”
“Nö, mach ich nicht”, brüllt er und rennt über Stühle, Tische und Bänke. Die anderen Kinder müssen lachen. Er fühlt sich angefeuert und kippt die Vase um. Er streckt Susanne die Zunge heraus und kickt das Bastelzeug durch den ganzen Raum…

was ist passiert?

Das war eine sehr extreme Situation.
so extrem gewählt, damit man es ganz deutlich sehen kann.

Wenn du ganz ehrlich an Situationen zurück denkst, in denen dein Kind nicht gehört hat oder ausgerastet ist, so richtig ausgerastet: kannst du vielleicht hier und da Parallelen zu dieser Situation herstellen?
Kennst du diese Situation?

Eltern mit mehreren Kindern, haben oft ein Kind, dass sie besonders “provoziert”. Denn natürlich fühlst du dich provoziert: Susanne (in dem Beispiel) kochte vor Wut. Wie konnte Henning nur so unverschämt und überdreht reagieren? Ist er verhaltensauffällig? Oder einfach nur ein Tyrann?

Sicherlich wünschst du dir, aus dieser Provokations-Schleife auszusteigen. Die eskalierten Situationen, zu umgehen: Denn du liebst dein Kind ja und diese “Kriegsszenarien” machen dich fertig.

Was gibt es für eine Möglichkeit Frieden zu schaffen und trotzdem keinen “Tyrannen” zu bekommen? Es ist keine Frage, wie gut dein Kind “erzogen” ist, ob es “schwierig” ist oder gar “verhaltensauffällig” (was für ein kurioses Wort) – viel mehr ist es eine Frage deiner Einstellung und deines Verhaltens:

Ist es wirklich Henning, der auffälliges Verhalten zeigt, oder ist es eigentlich Susanne? Wer provoziert wirklich?

Leider lernen junge Erzieherinnen das nicht: Aber es gibt ein Zaubermittel, das auf jeden Fall aus der Krise helfen kann. Und es funktioniert wirklich! Hex, Hex!

 

1. wie uns Glaubenssätze beeiflussen

Wir alle haben diese gesellschaftlichen Glaubenssätze im Kopf, die uns ständig beeinflussen, wie Beilärm, der uns dazu bringt, wie fiese Zombies zu handeln.

Was sind da für Gedanken?

  • Achtung: erziehe nur ja keinen Tyrannen
  • Ein Kind muss sich auch an Regeln halten
  • wenn er jetzt nicht lernt aufzuräumen… dann nie
  • man muss auch Sachen machen, die keinen Spaß machen
  • Kinder provozieren
  • Man muss Kinder doch in ihre Schranken weisen
  • Die werden sonst nicht sozial
  • und Stillsitzen – Können ist voll wichtig (wenn die das jetzt nicht lernen – dann nie..)
  • Und sich an Regeln halten: ist auch voll wichtig. (wenn jetzt nicht, dann nie…)

 

Dann haben wir noch ein paar tolle, Zombisprüche aus dem Bereich “Bindung”, so wie:

  • pass auf, dass du nicht überbehütest
  • keine Glucke wirst
  • Helikoptermum

Diese Glaubenssätze spuken zusammen mit Ängsten in unseren Köpfen herum und vergiften unsere Gedanken. Und leider haben die meisten von uns mindestens einen Verwandten, Bekannten oder sogar Ehepartner, der diese Sätze immer wieder auffrischt, damit sie ja nicht in Vergessenheit geraten.

Das Problem: sie sind durchweg falsch.

Das weisst du schon längst? Prima! Aber merkst du auch, wie diese Sätze trotzdem wirken?

Es gibt etwas, dass nennt sich “Gedankengut” – in diesem Fall sollte es eher “Gedankenschlecht” heissen. Dieses Gedankengut ist die Summe der Gedanken, die in einer bestimmten Generation gedacht werden, die im “Zeitgeist” wohnen.

Leider kannst du dich diesem Gedankengut nicht ganz entziehen, außer, du lebst vielleicht auf einer Insel: Gedankengut ändert sich nur schwerfällig. Außerdem arbeitet das Gedankengut in diesem Fall sehr stark mit unserer eigenen Erziehung zusammen: was wir erfahren und gelernt haben passt genau mit diesen Glaubenssätzen überein, die so sehr auf die kindlichen Tyrannen abzielt.

Du passt dich immer den Menschen an, die dich direkt umgeben. Erfolgscoaches raten deshalb, sich mit erfolgreichen Menschen zum umgeben: Mit reichen Menschen.

Ich müsste euch also raten, euch mit Menschen zu umgeben, die positiv über Kinder und Kindheit denken. Das rate ich euch auch wirklich.
Schwer umzusetzen: oft sind es ja gerade unsere nächsten Verwandten, die Glaubenssätze klopfen. Trotzdem wollen wir Kontakt mit ihnen und sind sogar auf ihre Hilfe angewiesen.

 

was kann ich tun?

Mach dir bewusst, dass all diese Sätze, Gedanken und Ängste aus alten Generationen herrühren, in denen noch geschlagen wurde, in denen Kinder weniger Wert waren und als “lästige Esser” bezeichnet wurden. In denen Kinder, die zu schwach waren, oder zu viel, einfach als Säugling auf den Mist geworfen wurden, verkauft oder mißhandelt.

Wende dich bewusst ab. Das ist Vergangenheit. Das lässt dich zu einem Zombie werden. Und damit ist jetzt Schluss!
Wenn du deine eigenen Glaubenssätze in ihre Schranken weist und gegen sie ankämpfst, wie Gollum, gegen sein böses “Ich”, kommt der Rettung der Menschheit gleich:

Es ändert nicht nur dich, es rettet auch dein Kind. Außerdem verändert es dein Umfeld und strahlt sogar noch weiter: es ändert unsere ganze Generation und all die Gedanken, die über Kinder gedacht werden, hellen sich dadurch auf.

Genial, oder?!

Wie kann ich also (fast) ohne Eskalationen durch den Alltag kommen? jetzt, wo ich meine Gedanken gereinigt habe von all dem alten Quatsch?

 

2. Hole dein Kind da ab, wo es steht.

Ein schlauer Satz, aber er hat sogar auch wirklich Gehalt. Um bei dem Beispiel von Henning zu bleiben: er steht am Rande der Erschöpfung, fühlt sich überfordert und nicht verstanden, nicht aufgehoben und ist einfach nur müde. Er versucht für sich zu sorgen, in dem er sich mit Freunden ins Spiel vertieft.

Um ihn also abzuholen, hätte man ihn spielen lassen können und zu sehen, wie er “runter kommt”.

Susanne hätte ihn nach einer Weile ansprechen können und fragen, wann er sein Bastelzeug aufräumen wird. “Später” wäre zu ungenau. “Nach dem Vorlesen und vor den Hausaufgaben” wäre ok. Oder sie hätten einen Deal gemacht: Susanne räumt das Gebastle auf und Henning hilft dafür später das Lego zu versorgen. Oder Susanne hätte stillschweigend das Bastelzeug aufgeräumt.

Denn: worum geht es im Leben von Henning gerade? Darum, zu überleben. Susanne hätte die Chance gehabt, ihm einen Moment von “gutem Überleben” zu verschaffen, weil er einfach spielen durfte. Spielt es da wirklich eine Rolle, ob sie oder er aufräumt?

 

3. Chancen geben

Um miteinander zu leben, müssen wir uns gefühlt unendlich viele Chancen geben.

Denn wir sind Wesen, die leider oft und viel Falsches zur falschen Zeit tun und sagen.

Chancen geben bedeutet: nicht auf unser Recht zu beharren, sondern dem Frieden Vorzug geben. Chancen geben, können wir ganz toll von unseren Kindern lernen. Hier wieder das Henning-Beispiel. Henning hat Susanne unendlich viele Chancen gegeben, bevor er in die Luft ging: denn er fühlte sich provoziert!
Er hat überhört, was sie gesagt hat. Das ist hier als Chance, nicht als Frechheit zu werten. Denn was sie gesagt hat und wann sie es tat, war so daneben, dass sie eine Chance brauchte, aus der Nummer rauszukommen.
Dann schlägt er ihr eine Lösung vor: “Mach doch du selber!” Natürlich klingt das für unsere Ohren “frech” und sein Ton war vielleicht auch wirklich etwas “rotzig”, aber im Grunde ist es ein Vorschlag zum Frieden. “Wenn es dich so nervt, dass dort Bastelzeug liegt, dann räum es doch einfach weg”.
Dann ignoriert er sie noch einmal und gibt ihr noch einmal die Chance aus der Situation heraus zu kommen, ohne verletzt zu werden.

Hätte Susanne nicht so auf ihre Glaubenssätze beharrt, ihre Erzieherausbildung nicht so hochgehalten, dann hätte sie genügend Feingefühl gehabt, um mitzubekommen, dass Henning ihr Chancen gibt. Sie hätte mitbekommen, dass er jetzt nicht Bastelzeug wegräumen kann, dass er einfach nur Erholung und nicht noch weitere Anforderungen braucht und dass sie nicht ihr Gesicht verliert, wenn sie ihm die Sachen schnell aufräumt.

 

4. Sein lassen

Wir haben in einem bekannten Erziehungsheft vor Jahren mal die drei Regeln der Kindererziehung gelesen: 1. lassen sie ihr Kind in Ruhe, 2. lassen sie ihr Kind in Ruhe, 3. lassen sie ihr Kind in Ruhe.

Irgendwie hat sich das eingeprägt und wir erinnern uns gegenseitig immer wieder daran. Natürlich ist das witzig gemeint, aber es stimmt auch.

Wir doktern oft so viel an unseren Kindern herum, wollen sie ändern und zähmen, dass wir vergessen, sie einfach sein zu lassen. Mit Pipi-Kacka-Pupsgesprächen, mit Schupsen und Streiten, mit Quengel und Nörgel.
Gestern war mein Großer nach der Schule noch bis Abends bei einem Freund. Als er heim kam, schupsten er und sein kleinerer Bruder sich ständig. Natürlich hatte ich den Impuls, dazwischen zu gehen. Später überlegte ich mir, dass sie sich vermisst hatten und da es nicht ihre Art ist, sich zu umarmen und zu herzen (weil coole, harte Jungs und so..), schupsen sie sich halt.

Sein lassen ist fast die schwerste Übung für uns. Und doch müssen wir uns auch klar darüber werden, dass wir mit “Dazwischengehen” sowieso nicht so viel Einfluss haben, wie wir es gerne hätten.
Hier habe ich ein super Experiment gemacht, dass du gerne auch mal probieren kannst: ich habe mir an einem Tag vorgenommen, zu nichts etwas zu sagen. Weder zur Jacke, die am Boden liegt, noch zum Streit um das letzte Pommes, noch dazu, dass sie ohne Mütze rausgehen. Und ich kann ohne Übertreibung sagen: der Tag verlief nicht anders. Es wurde genauso viel gestritten, genauso viel Zeug verteilt und genauso wenige Mützen getragen wie an anderen Tagen auch. Das Einzige was fehlte, war meine Nörgelstimme: besser gesagt, fehlte sie nicht wirklich!

 

5. Kennen lernen

Anstatt zu Nörgeln, zu verbessern, zu reglementieren, ist es spannend, deine eigenen Kinder kennen zu lernen.
Anstatt dir zu überlegen, wie sie sein sollten, festzustellen, wie sie sind: erstaunliche Persönlichkeiten!

Mein mittlerer Sohn kann sich zum Beispiel ganz toll bedanken. Er sagt: “liebe Mama, das war so lieb von dir, vielen Dank, du bist die beste Mama der Welt”. Aber wenn wir im Laden stehen und er ein Wursträdchen geschenkt bekommt, bekommt er kein “Danke” über die Lippen. Es liegt nicht daran, dass er schüchtern ist. Wenn es darum geht, einen wildfremden Menschen etwas zu fragen, dann ist er der Erste der sich traut, noch vor seinem großen Bruder. Vielleicht liegt es daran, dass er nicht gerne Erwartungen erfüllt?

Ist es nicht viel interessanter heraus zu finden, warum er hier also nicht “Danke” sagen kann, anstatt sich darüber sorgen zu machen, ob er nicht richtig tickt? Oder noch schlimmer: ihn mit Gewalt dazu zu bewegen, endlich auf Kommando “Danke” zu sagen?

Wir haben natürlich manchmal Kinder mit denkwürdigen Eigenschaften. Manche davon, können sie selbst erklären: “Ich ärgere Papa, damit er selbst merkt wie gemein er gerade ist”. Manche davon nicht. Aber wenn wir fair sein wollen: denkwürdig sind doch die meisten Menschen und “normal” ist sowieso niemand.

 

6. Integrität vs. Regeln

Dieses Kapitel ist nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern auf Jesper Juuls Mist. Es entspricht alten Glaubenssätzen, ein Kind ständig herumzumeckbessern “was man nicht tut oder doch tut”. All diese “Man”-Regeln gehören wirklich auf den Mist.

Damit man aber keine narzistischen Tyrannen erzieht, die über alles hinwegbrettern, was im Weg steht, muss man die Integrität wahren.

Der Duden übersetzt das Wort “Integrität” mit “Unverletzlichkeit”.

Wir verbinden dieses Wort aber mit noch so viel mehr: die Unverletzlichkeit der Seele, die eigene Freiheit – mit Selbstachtung! Und damit, echt zu sein und eine Haltung zu vertreten, die man unabhängig von Gesellschaft und Meinungen anderer vertritt. Integer ist ein Mensch, der nicht bestechlich ist.

Wenn du dies wiederum auf den Alltag mit Kindern überträgst, geht es natürlich darum, das Kind nicht zu verletzen! Aber es geht auch (und zwar gleich wichtig) darum, dich selbst nicht zu verletzen: hier spricht Jesper Juul dann von der Gleichwürde aller Familienmitglieder.

Wenn es dir also Kummer bereitet, wenn beim Essen laut geschmatzt und gerülpst wird oder schreiend über Tische und Bänke gelaufen wird, dann ist es völlig ok (es ist sogar deine Pflicht), dies zu äußern. Wenn du dich dauerhaft und nachhaltig verletzen lässt, übergehen lässt und dem Kind nicht zeigst, dass du auch ein Mensch bist, dann nimmt es Schaden. Es lernt nämlich nicht, dass außer ihm noch andere Menschen mit Bedürfnissen auf der Welt sind. Es lernt nicht, wie es ist, ein Leben so zu führen, dass man mehr als nur sein eigenes Bedürfnis berücksichtigt.

Wie soll ich mich äußern?
Natürlich nicht piepsig, als vorsichtige Stimme im Hintergrund, die auch gerne überhört werden darf. Äußern, damit meine ich immer, dass es deine Verantwortung ist, dich begreif-bar zu machen.

Was nochmal?

Es ist deine Aufgabe und Verantwortung, gehört zu werden. Und es ist deine Aufgabe, deine Integrität im Blick zu behalten und zu bewahren.

Wenn ich also in den allgemeinen Rangellärm meiner Söhne hineinflüstere: “Bitte noch die Schuhe aufräumen”, dann hat das nicht viel Sinn. Das ist klar. Wenn ich hinterher ausflippe und behaupte: “Das hab ich euch schon X Mal gesagt!!” ist das zwar faktisch richtig, aber dann auch wieder nicht: denn ich habe ja nicht dafür gesorgt, das mein Anliegen gehört wird.

Hier noch ein ganz deutliches Beispiel zur Integrität:

Wenn man sich bei uns zu Hause aufs Bett setzt oder aufs Sofa, dann springen einem 3 kleine Jungen auf Schoß und Rücken. Wenn man das nicht erwartet, kann das ganz schön schmerzhaft werden. Wir haben deshalb die Regel: vorher fragen. Und diese Regel ist mir wichtig, denn hier geht es um meine körperliche Unversehrtheit. Es ist keine “Man-fragt-Regel”, es ist eine Regel zur Unversehrtheit, also zur Integrität von mir selbst (und meinem Mann, meiner Mutter, …)

Susanne in dem Beispiel war natürlich ich selbst und zu meiner Schande muss ich gestehen, das ich in 5 Jahren Erziehungsarbeit erst in den letzten 2 Jahren begriffen hatte, worauf es ankommt. So richtig aber erst, als ich eigene Kinder bekommen habe.

Es geht nicht darum, alle Regeln zu befolgen und ein Kind zu haben, das immer “hört”

es geht darum, zusammen zu leben ohne einander die Seele zu verletzen

dein Kind zu begleiten, anstatt zu er-ziehen

es kennen zu lernen und wirklich zu sehen

Kommentiere meinen Beitrag, ich bin gespannt zu hören, wie es dir mit dem “Provozieren” ergeht!

Sei liebevoll statt gestresst!
Deine Susanne Bregenzer

 

bildnachweis: Jordan Whitt@jwwhitt, Unsplash, 

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5 comments
Judith says 27. April 2018

Hallo Susanne!
Ich habe deine Seite heute entdeckt und bin begeistert! Vielen Dank, dass du deine Gedanken teilst!
Der Artikel hat mich sehr berührt! Durch dein Eingangsbeispiel fühle ich mich leider ertappt. V.a. mit meinem Großen (6) läuft die Kommunikation oft so ab. Und ich merke schon lange, dass ich raus aus diesem Machtkampf möchte.
Zu deinen Beispielen am Ende, hab ich eine Frage. Was mache ich, wenn mein Wünsche ( z.B. kein rülpsen, schreien, trommeln am Esstisch) nach mehrmals sagen nicht gehört werden? Momentan schwanke ich zwischen ständig wiederholen, ignorieren oder doch wütend werden und schreien. Und alles fühlt sich falsch an. Hast du einen Rat?

Reply
    Susanne says 28. April 2018

    Hallo Judith!
    Vielen Dank, das freut mich total, dass dir meine Seite gefällt und hilft!
    Mit meinem Größten bin ich auch lange noch machtvoll umgegangen, das man oft daran merkt, dass er eben schnell selbst in den „Kampf“ geht. Und woher hat er das? Von mir, denn ich habe es ihm vorgelebt. Für diesen Fall braucht man dann besonders viel Geduld und einen langen Atem, denn diese Verhaltensmuster wieder zu ändern ist schwer. Ich hatte sogar manchmal den Eindruck, wenn ich dann doch noch „explodiert“ bin, er fast wie „erleichtert“ war: nicht, weil es ihm so gut gefällt, sondern weil es bekannt ist. Verstehst du? Also kann es sein, dass er in dem Moment, wo du zu ihm sagst, er soll ruhiger beim Essen sitzen und nicht rülpsen und trommeln, gar nicht kooperieren kann, weil er 1. ein Verhaltensmuster zwischen euch beiden verfolgt und 2. ein Bedürfnis dahinter steht, dass ihm sehr wichtig ist. Ich kann ohne weitere Informationen aber nicht sagen, was das sein könnte. Vielleicht die Bitte um Übereinstimmung oder klassisch Aufmerksamkeit? Ich würde an deiner Stelle versuchen, das Gespräch zu lenken. Frage ihn etwas, oder erzähle einfach etwas. Ich weiss ja nicht, ob du mit ihm allein sitzt oder noch andere Kinder (oder der Vater) dabei sind. Vielleicht hat er auch einfach den Drang nach Bewegung und Lärm: vielleicht steht er unter Strom, wie man so schön sagt. Kannst du ihm vorschlagen, einmal ums Haus zu rennen? Oder ganz unkonventionelle Angebote machen, wie Picknick im Garten, oder sowas? Du musst dir ganz wichtig klar machen: das bedeutet nicht, dass es jetzt immer so sein wird. Es ist einfach jetzt so, dass ihr aus einem Muster heraus kommen müsst (wollt) und da braucht man natürlich mehr Energie dafür, als wenn man von vorn herein ein positiveres Muster verfolgt hat. Falls du trotzdem noch Schwierigkeiten hast, oder nicht weiter kommst heraus zufinden, was er für ein Bedürfnis haben könnte, dann können wir gerne auch mal ein kostenloses Erstcoaching machen:-) Oder auch per Email die Situation näher anschauen!
    ich hoffe, das hilft dir weiter,
    ganz liebe Grüße
    Susanne

    Reply
Judith says 28. April 2018

Vielen Dank für deine schnelle Antwort!
Wenn du dir die Zeit nehmen möchtest, würde ich dir unsere Situation in einer E-Mail sehr gerne näher beschreiben.

Reply
    Susanne says 28. April 2018

    Hallo Judith
    Ja natürlich, gerne. Probier mal über die „Kontakt“-Seite, wenn das nicht geht, nochmal melden (wäre cool heraus zu finden, ob denn alles funktioniert, ganz nebenbei) 🙂

    Reply
    Susanne says 29. April 2018

    hallo Judith
    also bisher kam nichts. Wenn du es schon probiert haben solltest, hat es nicht funktioniert. Hier wäre meine Email Adresse: susanne@familienuniversum.de

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