Stress im Mama-Alltag! Schimpfen, Anschreien und Nörgeln: so kannst du es stoppen!

der Stress geht schon morgens los:

Die Kinder wollen sich nicht anziehen und heulen, weil diese eine Hose in der Wäsche ist.
Du kommst nicht mehr hinterher: Berge schmutziger Wäsche und Türme von dreckigem Geschirr. Muss man wirklich schon wieder Saugen?
Der Große rennt mit dreckigen Schuhen in sein Zimmer  und der Kleine übergießt sich mit Greensmoothie. Er hat übrigens auch den Tisch und die Wand erwischt! Und dann das Gestreite! Kreischen und Schreien!

Stress und Unzufriedenheit: dein Energietopf ist leer. Du schimpfst und nörgelst, motzt und meckerst, schreist die Kinder und deinen Mann an.

Am Abend fühlst du dich schrecklich: was für eine grausige Mutter bist du gerade? Überhaupt: Du fühlst dich Schuld und wie der reinste Hausdrache. Die viele Schokolade hilft auch nicht mehr! Sie macht bloss dick, schlechte Haut und Karies. Du denkst: „Wie kann man es bloß mit mir aushalten!“

 

Woher kommt dieser Stress bei Mamas?

Was fehlt uns denn? Wir haben doch wirklich tolle Kinder, (meistens)bemühte Ehemänner, hübsche Wohnungen oder Häuser –
Was ist es dann?

Uns fehlt etwas ganz Wichtiges. Etwas, dass jeder Mensch braucht. Ein Grundbedürfnis des menschlichen Lebens wird uns einfach nicht erfüllt: das macht den Stress!

Unsere ganze Familientätigkeit, unser riesige Einsatz den wir bringen. bleibt ohne Antwort!

Was uns fehlt ist: Anerkennung!

Wie, bloß dass? Das klingt so einfach. Kann man darauf nicht einfach verzichten? Nein. Kann man nicht.

Du kannst mal einen Abwasch machen, ohne dass jemand dir eine Belohnung gibt, oder das Klo putzen, ohne dass jemand eine Lobhymne auf dich dichtet!

Dich aber Tag und Nacht aufzuopfern – und genau das tut man mit Kindern doch, oder?! – Ist eine ganz andere Liga! Du opferst dein Herzblut, wie in  keinem anderen Job und das über Jahre – Jahrzehnte! Und was hörst du dich selbst sagen? „Ja, ich muss jetzt ja auch bald noch einen richtigen Job annehmen“, oder: „ich bin bloß Hausfrau und Mutter“. „nein, nein, ich arbeite inzwischen wieder (Erwerbstätigkeit gemeint)“.

 

Aber Familie zu haben ist doch so schön!

ich liebe es, eine Familie zu haben, meine Familie zu haben! Ohne Familie zu leben ist für mich sinnlos! Eigene Kinder sind wie nichts anderes erfüllend und ich glaube auch, dass nichts die Persönlichkeitsentwicklung so sehr fördert, als eine Familie zu haben, zu begleiten und zu versorgen! Beinahe nichts auf der Welt lässt eine Frau so reifen und stark werden, wie ein eigenes Kind zu bekommen!

Sinnerfüllung , Liebe und Zugehörigkeit lassen uns auch weiterhin Familie haben, Familie wünschen.

Doch in der Realität, in der trockenen, Kacka-putzenden, Streitkreischenden, Schaufelschlagenden, Nachtfiebernden, Brustentzündung-habenden, zweimal Täglich Staubsaugenden, Wäschebergebekämpfenden, Regensonntag-langweiligen Realität brauchen wir Anerkennung für unser Tun. Sonst empfinden wir Stress. Energielosigkeit. Frust. Selbsthass.

 

Wo ist die Anerkennung hingegangen?

Klar, lächeln einem fremde, ältere Frauen manchmal zu und sagen: „Na, da haben sie ja ganz schön was zu tun“, wenn man mit drei kleinen Jungen im Supermarkt an der Kasse steht. Ob das  daran liegt, dass sie aus einer Generation kommt, in der die Mütter noch einen höheren Status genossen, oder ob sie meint, dass drei Jungs zu haben eine echte Zumutung für mich sein muss, ist nicht ganz klar.

 

Die Emanzipation hat die Anerkennung für Mama-Arbeit zertrümmert.

In der Emanzipation war es wichtig, die Frau hinter dem Herd hervor zu locken: Sie sollte gleiche Rechte bekommen und „arbeiten dürfen“. Sie sollte tough und stark sein und sich in der Ellbogengesellschaft behaupten können.

Die Arbeit „am Herd“ wurde als zweitrangig und unterfordernd abgetan, wichtig und selbstverwirklichend war jetzt plötzlich nur noch die Erwerbstätigkeit. In der Familie die Erfüllung zu finden, klingt seit dem unattraktiv und unselbständig.

 

Wir erkennen uns selbst nicht an

Wir haben nicht gelernt, diese Familienarbeit so ausführen, dass wir nicht auf der Strecke bleiben und wir haben nicht gelernt uns abends zufrieden in den Spiegel anzusehen und zu sagen: „Du siehst gut aus, du machst gute Arbeit – du bist einfach ne coole Sau!“

 

Was kannst du gegen den inneren Stress tun?

I) Wissen, Reflektion

Immer wenn ich einen Tipp bekomme, etwas lese, etwas aufschnappe, dass mich in meiner Tätigkeit mit den Kindern plötzlich total sicher werden lässt, ist alles anders: kein Gemotze, keine Unzufriedenheit! Diese Sicherheit bezieht sich dann darauf, dass ich genau weiß, zutiefst weiß, dass das, was ich mache, jetzt gerade richtig und gut und wertvoll ist.
Wertvoll für mich. Aber vor allem – wertvoll für meine Kinder!

Was du also für dich tun kannst, ist deine eigene Arbeit wertvoller einzuschätzen, in dem du Sicherheit im Tun gewinnst.

Je mehr Situationen du wert-schätzend erleben kannst, desto zufriedener wirst du.

Familienarbeit ist nämlich kein Pille – palle – Heimchen-am-Herd- Unternehmen. Das ist herausfordernde, krasse, an die Substanz-gehende Arbeit, die so schwer ist, dass sich bis heute die schlauesten Geister streiten, wie es am besten zu bewerkstelligen ist! Und wir sollen es tagtäglich „einfach“ tun!

 

II) Anerkennung.

Ja, das habe ich jetzt schon ein-zweimal erwähnt:-). Ich habe darüber nachgedacht, ob man eine App schreiben könnte, mit der sich Mütter vernetzen und sich gegenseitig stärken könnten. Das wäre zwar nett. Aber es würde die Sache nicht am Kern packen!
Was, von allen Dingen in dieser Welt, sagt am allermeisten: „Deine Arbeit ist wertvoll!“? Geld. Geld!
„Geld“, sagst du jetzt vielleicht. „ich mach das doch nicht wegen dem Geld. Geld ist mir nicht wichtig!“. Vielleicht denkst du sogar: „Geld ist materialistisch und böse!“

 

Wieso Geld?

Geld ist unser Mittel zur Wertschätzung. Es mag grausam klingen, aber es ist eine Tatsache: Geld ist unsere Währung zur Wertschätzung. Früher tauschte man Marmelade gegen Honig oder Scheren Schleifen gegen Dachdecken. Heute findet das Tauschen über den Umweg „Geld“ statt. Eine Leistung, ein Wert – und sein Gegenwert: das Geld.

Und jetzt lichtet sich die Frage der fehlenden Wertschätzung von Familien auch: Du bekommst für deine Arbeit kein Geld. Der Gesellschaft ist deine Arbeit kein Geld wert.

Lass die Tatsache, dass du etwas so Wichtiges tust, das es eigentlich bezahlt werden müsste, einfach mal wirken.

Vielleicht glaubst du, du bist sowieso unabhängig von Geld und Geld interessiert dich nicht. Aber stell dir einfach mal vor, jemand würde an deiner Tür klopfen und sagen: „Hey, Deine Arbeit als Mutter ist so wichtig, dass du ein Spitzengehalt dafür verdient hättest. Ich bezahle dir pro Monat ab jetzt 5000 Euro netto. Du sorgst für die Zukunft unserer Spezies und das ist es mir wert!“

 

Wie fühlt sich das an?

Die fehlende Bezahlung ist eine schmerzhafte und dumme Lücke in unserem System. Diese Lücke wertet deine Arbeit in der Familie ab. Unbewusst wirkt diese Tatsache leider auf dein Gemüt und verursacht Stress- auf meines auf jeden Fall! Du hast einen 200% Job, für den du alles gibst und alles in Kauf nimmst, du bist ein hochmotivierter, engagierter,  flexibler Arbeiter, in dessen Händen die Zukunft unserer Welt liegt.

Oder Du hast sogar zwei Jobs: Familienarbeit (die alles fordert) und noch einen Job, der Geld bringt. Das bringt auf jeden Fall eine Menge Stress!

Leider kann ich nicht sagen, dass ich ab heute dafür sorge, dass du anständig für deine Familienarbeit entlohnt wirst. Herum sitzen und darüber jammern, dass wir so wenig Geld verdienen hilft auch nicht. Das ist langweilig und ätzend und bringt uns nicht weiter.

 

Was kannst du tun?

Stell dir dieses Wissen darüber, wie wichtig deine Arbeit ist, wie ein Licht in deinem Herzen vor.

In genau dem Moment, wenn du an der Kasse stehst und dein Kind sich auf den Boden schmeißt, weil es gerne die Großpackung Marshmellows haben möchte.

Gerade dann kannst du an dieses Licht in dir denken:

„ich mache so gute und wichtige Arbeit. Ich kann meinem Kind gerade jetzt aus seinem Zornanfall heraus helfen. Nicht, in dem er seine Marshmellows bekommt. Nein, in dem ich ihm Verständnis und Liebe entgegen bringe“
Du hilfst deinem Kind genau jetzt dabei,

  • seine Gefühle zu kennen und damit umgehen zu lernen
  • mit seinen Gefühlen gesehen und angenommen zu werden
  • seinen präfrontalen Kortex (das Kontrollsystem im Gehirn) zu trainieren
  • sich ernst genommen zu fühlen
  • Empathie zu lernen, sich selbst und andere zu verstehen
  • dass es den Unterschied von Wünschen und Bedürfnissen lernt.

Damit es ein rundum angenehmer, sozialverträglicher, verantwortungsbereiter Menschen wird, der glücklich und zufrieden leben kann!

Wow, oder? Was für eine Leistung!

Du kannst nur selbst diese Abwertung deiner Arbeit „am Herd“ abweisen und entschieden ablehnen.

Lehne es ab zu denken: „ich bin ja bloß Mama“.

sei liebevoll statt gestresst!

Eure Susanne

 

Bildnachweis: Photorama , Pixabay, 16. Mai 2018

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2 comments
Claudia says 18. November 2017

Super Beitrag.
Genau das lerne ich gerade in meiner Therapie. Da ich bereits in einer mittelschweren depressiven Episode stecke mit angt störung und panikattacken. Das ust das Ergebnis jahrelanger nicht SelbstWertschätzung.
Genau das muss ich lernen und es ist verdammt schwer.
Ihre tips helfen mir. Danke
Lg claudia

Reply
    Susanne says 29. November 2017

    Liebe Claudia!

    Vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich freue mich, wenn ich helfen konnte! Depressive Episoden haben glaube ich viele von uns schon erlebt, sie sind ganz sicher kein Einzelfall: Frauen haben sehr oft nicht gelernt sich selbst Wert zu geben, sich zu lieben und anzunehmen. Ich drücke Ihnen die Daumen und wünsche Ihnen gutes Gelingen.
    Es ist verdammt schwer und mir entfallen meine eigenen Tipps im Alltag auch gerne mal! Leider!

    liebe Grüße
    Susanne Bregenzer

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