Dieses Missverständnis macht Eure Beziehung kaputt!!!

Diese eine Sache nagt an Eurer Beziehung!

Es ist immer das Gleiche:

Du bist so enttäuscht von ihm. Es ist doch nicht schwer! Du verlangst nicht viel! Nur eben diese eine Sache: Er soll da sein. Zuhören. Mehr nicht!

Und was sagt er dazu?

“Dir kann man es auch nicht recht machen! Was soll ich denn noch alles tun?”

Er sitzt da und ist weg. Er hört die Kinder nicht.
„Frag das mal Papa. Kannst du das erklären? Ja. Er hat gefragt, wie hoch das höchste Haus der Welt ist“. (Du warst doch gerade auch da. Im selben Raum. Wo warst du nur? Wenn du doch da wärst!)

 

Wie können wir dieses Problem lösen?

Mit Medikamenten (Bier)? Mit Schocktherapien(Mit den Kindern allein lassen)?

 

Das Warum verstehen!

Hier möchte ich meinen Mann zu Wort kommen lassen: ein echter Augenöffner, versprochen!

Die Worte eines echten Mannes:

„Wir Männer möchten Helden sein. Wir möchten auf dem einsamen Berg stehen und nach dem alles verschlingenden Feuer der Hauptverantwortliche für die Rettung der Welt sein. Aber wir wollen das nicht der Welt mitteilen müssen, sondern die Welt soll von selbst darauf kommen. Und uns verehren, beweihräuchern, beschenken und mit Gold und Liebe überhäufen.
Frage: „wann ist ein Held ein Held?“ (Zitat Film Herkules)

Wir wollen uns für unsere Familien in die Schußbahn werfen und todesmutig allen Gefahren trotzden. Keine Herausforderung ist uns zu groß: The Sky is the Limit. Das dumme an dieser Sache ist, damit fährt man mit tausend Versuchen tausend Mal gegen die Wand. Unsere Familien brauchen das zwar alles, aber das ist die Basisversion. Kommen wir zum Upgrade:

Für unsere Frau und für die Kinder ist es so vieles mehr wert, wenn wir einfach nur da sind. Geistig und körperlich präsent. Das merkt man an sich selber immer daran, dass man die kleinen, humorvollen Einlagen, die jedes Kind bringt, mitbekommt. Oft sogar im Minutentakt. Wir sind dann ein (echter) Held, wenn wir erkennen, das wenn es Nudeln mit Tomatensoße gibt, es so viel cooler ist, gleich einen nassen Waschlappen in der Nähe zu haben um nicht extra vom Essen noch mal aufstehen zu müssen. Wenn wir der Geschichte unseres Sohnes/Tochter von Anfang bis zum Ende zuhören und Bezugsfragen stellen, die das Kind versteht. Wir sind dann ein Held, wenn die in unseren Augen total sinnlosen, umständlichen oft widersprüchlichen Anforderungen (Hier ein Link zum Unterschied zwischen Bedürfnissen und Wünschen) und geduldig beherzigt werden. Und auch wenn man dasselbe Märchen schon rückwärts auswendig vorlesen kann, es trotzdem mit jungfräulicher Begeisterung vorträgt. Weil das Kind nicht die Geschichte hören will, sondern den lebendigen Vater an seiner Seite.

 

Sprich, den Männern sind diese Handlungen zu poplig:

  • Holztraktoren anhängen
  • Playmobilhaare aufsetzen
  • Legoarme anbauen
  • Melonen schneiden
  • Kordeln
  • Hosenläden schließen
  • Geschichten anhören

Dabei kommt kein Mammut und kein Waldbrand vor.
Ist die Frau gerade da und präsent, schaltet der Mann auf Standby: er sucht sich dann ein anderes Schlachtfeld.

War er beim Arbeiten – will er nach Hause kommen und dafür gelobt und angehimmelt werden.

Sitzt er da und starrt Löcher in die Luft, ist er vielleicht im Geiste mit etwas “Wichtigerem” beschäftigt und denkt an die nächste Heldentat.

Springt er nie auf oder unterbricht seine Arbeit (zum Schnuller Suchen) – dann erscheinen ihm die Unterbrechungen nur Kinkerlitzchen, die ihn nichts angehen, auf dem Weg zum Heldentum. Das ist frustrierend für uns, denn wir wünschen uns, das unser Held einfach nur da ist – und damit wäre er ein echter Held.

Es ist aber auch frustrierend für ihn! Er hat das Gefühl „Es niemals recht machen zu können“. Da hat er tausend Kämpfe ausgefochten, den besten Handyvertrag heraus gesucht, die Netflixrechnung bezahlt und sogar den Werstoffhof angesteuert und sie sitzt in der Ecke und heult. Das Weib muss einfach undankbar sein! Absolut frustrierend – ein Killer für die Beziehung!

 

 

Was kannst Du tun, um dieses Missverständnis in der Beziehung zu klären?

 

1. Darüber reden.

Das klingt vielleicht läppisch. Aber es hilft. Männer sind ja keine Idioten, sie verstehen sehr wohl, wenn man ihnen erklärt, was genau uns freuen würde. Wenn du ihnen dazu noch erklärst, warum er sich so fühlt, als würde er es nie recht machen können – super! Es fällt ihm garantiert ein Stein vom Herzen, wenn er weiß, was er “falsch” macht. Dabei ruhig erwähnen, dass es gar nicht “falsch” ist, nur ein Missverständnis.

 

2. Ihn loben:

Das ist naheliegend: er möchte der Held sein, also lass ihn der Held sein. Lobe ihn dafür, wenn er merkt, dass der Kleine die Windel voll hat. Lobe ihn am besten vor anderen. Das ist nicht immer so einfach. Viele Männer tun das Lob dann ab, oder fühlen sich sogar unbehaglich- es erreicht sie aber trotzdem.

 

3. Erinnern:

Hilf ihm freundlich (auf keinen Fall vorwurfsvoll), sich daran zu erinnern, was gerade wichtig ist. “Schau mal, er will dir nur kurz ein Bild zeigen”; oder: “es wäre jetzt super, wenn du den Kleinen kurz herum tragen könntest”; oder: “das ist jetzt so eine Situation, in der es schön wäre, wenn du da wärst, da würden wir uns sehr freuen”. Es ist bei keinem Menschen leicht, eine alte Gewohnheit zu ändern. Nur weil man etwas einmal besprochen und kapiert hat, heißt es nicht, das man immer daran denkt. Das ist wie beim Nägel Kauen: ab und zu braucht man sicher erneut einen lieben Hinweis darauf, das man wieder kaut.

 

4. Bonus:

Es ist verdammt sexy, wenn ein Mann anwesend ist und auch wirklich dabei anwesend ist. Wenn er direkt eingreift, eine witzige Situation direkt mitkriegt, dich hört und sieht. Wenn er die Kinder nicht unvermittelt und völlig sinnlos anbrüllt (weil sie ihn bei seiner Heldentat nerven). Das sagt schon der Date Doktor “Hitch” im Film: wenn sie im Raum ist, sei bei ihr. Das kannst du deinem Mann auch sagen. Das motiviert ganz sicher!

 

Trau Dich, dieses Missverständnis zu klären! Es wird Eure Beziehung verbessern und Euch näher zueinander bringen. Es lohnt sich also.

 

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3 Kommentare

  1. Veröffentlich von Christian Gremsl am 9. Juli 2017 um 13:50

    Hi,
    danke für diesen Beitrag. Er war für mich sehr aufschlussreich.
    Liebe Grüße,
    Christian

  2. Veröffentlich von Janina von Leonina frei & geborgen am 13. Januar 2018 um 6:35

    Oh und wieder ein unschlagbarer Artikel von dir, Susanne! Dieses Zitat hier finde ich einfach wunderbar, deine Worte hauen mich manchmal echt um: “Und auch wenn man dasselbe Märchen schon rückwärts auswendig vorlesen kann, es trotzdem mit jungfräulicher Begeisterung vorträgt. Weil das Kind nicht die Geschichte hören will, sondern den lebendigen Vater an seiner Seite.” Einfach klasse, ich freue mich auf deine weiteren Artikel und besonders, dass du auch einen so inspirierenden Artikel für meinen Blog geschrieben hast, den ich nur als absolut wertvolle Bereicherung für meine Seite und für unsere LeserInnen bezeichnen kann. Vielen Dank!

    • Veröffentlich von Susanne am 13. Januar 2018 um 8:00

      Ich kann mich nur bedanken! Immerhin durfte ich ja für deine LeserInnen schreiben, vielen Dank dafür! Und ich werde das Lob an meinen Mann weitergeben, er wird sich freuen!

Wenn Du einen Kommentar hinterlassen willst, freut mich das sehr!