Die 6 wichtigsten Gedanken, für ein gelungenes Wochenbett!

Mir geht es nicht um einfache Peipackzettel oder Einkaufslisten fürs Wochenbett. Hier kannst du nachlesen, welche Vorbereitung du innerlich brauchst um für das Wochenbett mit deiner Familie gerüstet zu sein.

Du fragst dich, was du noch vergessen hast um dich aufs Wochenbett vorzubereiten? Die Listen fürs Krankenhausköfferchen sind abgehakt. Hier ein Link: Krankenhauskoffer packen
oder die Hausgeburt geplant. Und noch ein Link: Hausgeburt planen
Der schönste Ort für die Geburt ausgewählt und alle Zutaten besorgt.
Das große Kind hat Babysitter und Ersatzbabysitter.

Was fehlt noch fürs Wochenbett?

Etwas hast du vielleicht nicht bedacht. Es ist das Hopp oder Top des Wochenbetts. Vielleicht ist es für Viele selbstverständlich und wird deshalb nicht erwähnt. Vielleicht ist es Vielen auch peinlich und fällt unter „das ist sicher nur bei uns so gewesen“. Oder wurde es verdrängt?

Eine Sache, die du nicht im Laden kaufen kannst, bei der dir deine Hebamme nur bedingt helfen kann und die doch so wichtig, wichtig, ultrawichtig ist!

Du und dein Mann.
Mutter und Vater.
Eure Beziehung.
Das Familiengefüge.

Na klar, denkst du vielleicht. Ist doch logisch, wir freuen uns doch auf das Kind. Wir beide. Oder wir drei. Wir hecheln auf die Geburt hin. Wir sind vielleicht sogar schon erfahrene Eltern.

Wichtig: alles verändert sich mit der Geburt des Kindes. Wer euch was anderes erzählt hat, wollte euch schonen, oder hat keine Ahnung.

„Alles“, das heisst: Du selbst, dein Mann, eure Beziehung, euer Leben, eure Gefühle füreinander und die Gefühle für euch selbst. Aber zur Beruhigung: die Erde bleibt weiter rund und in der Nacht scheint weiter der Mond!

“Kinder sind die Feuerprobe jeder Beziehung”.

Trotzdem habt ihr euch getraut, haben wir uns getraut, haben sich unzählige Menschen getraut, sich neues Leben zu wünschen und zu bekommen. Unzählige Menschen sind glücklich mit dieser Entscheidung und würden sie niemals „regretten“.
Hier will ich über diese Feuerprobe sprechen und darüber, was ihr tun könnt, um sie zu bestehen und ein glückliches, harmonisches Wochenbett zu erleben. Ein guter Start!

 

1. Mutter und Kind, die Symbiose

Es ist wunderschön, dass dein Mann sich so sehr auf das Baby freut. Das er Wickeln will und Kuscheln und Baby-herum-schleppen. Doch euer Kind ist in deinem Bauch gewachsen. Neun Monate lang. Es kennt deinen Geruch, es riecht auch die Milch in deiner Brust. Du bist diejenige, die Hülle, die Geborgenheit geben kann. Das alles kann dein Mann auch, aber

in den ersten Wochen beruhigt sich das Neugeborene in der Regel bei der Mutter viel schneller.

Es schläft leichter ein. Es entspannt sich schneller. Es hört sogar manchmal auf zu schreien, sobald du es auf den Arm nimmst. Das ist normal. Es ist schön und wichtig, denn du und dein hilfloses Neugeborenes bilden eine Einheit, die an die Zeit im Bauch anknüpft. Für deinen Mann ist es einerseits manchmal ein wenig enttäuschend, andererseits hat er so viele andere Aufgaben (siehe weiter unten), das er auch froh sein wird.

Dir wird klar werden, dass mit dieser besonderen Verbindung zu deinem Kind eine Verantwortung einher geht, die erst mal niemand mit dir teilt. Du bist einzigartig für dein Kind und dann kommt  lange niemand. Wenn du dich darauf einlässt und deinem Gefühl vertraust, spürst du schneller, warum das Kleine sich unwohl fühlt. Du hast dieses spezielle Band zu deinem Säugling, das dir sagen kann, wann es hungrig ist oder wann es getragen werden will. Wann es zu dir will (am besten immer).
Du wirst sogar dieses Band besonders spüren, dann, wenn dein Neugeborenes bei einer anderen Person auf dem Arm ist. Es dauert nicht sehr lange, da möchtest du dein Kind am liebsten wieder selbst nehmen. Und ich bin mir ganz sicher, dass dies vom Kind genauso empfunden wird. Also trau dich, es zu dir zu nehmen!

Das zufriedenste Neugeborene wirst du haben, wenn du dich auf diese Nähe einlässt. Wenn du annimmst, dass du als Mutter für eine gewisse Zeit unersetzlich bist. Doch auch für ein paar Wochen kann diese Nähe uns Angst machen und das Gefühl von Enge auslösen. Das Gefühl von Überverantwortung.
Oder wir genießen diese Zeit und freuen uns, einmal im Leben für jemanden „die Einzige“ zu sein.
Oder beides:-)
Interessant ist auch, dass ein Säugling sofort „komisch“ riecht, wenn er bei fremden Personen auf dem Arm war, die z. B. nach Parfum riechen oder, ganz bitter, nach Rauch. Das ist einem als Mutter selbst schnell unangenehm und es gab sogar Personen, nach denen ich mein Neugeborenes frisch anziehen wollte und sogar waschen.

Wichtig ist, dass du mit deinem Mann über diese Verbindung sprichst. Es ist für einen „frischen“ Vater besonders schwer zu akzeptieren, dass er erst mal die zweite Geige spielt. Zum Einen beim Säugling, zum anderen bei seiner Frau. Die Einheit, die ihr (du und dein Mann) vorher ward, wird komplett ausgehebelt. Das ist vor allem für langjährige Paare schwierig, bei denen diese Einheit von Mann und Frau schon jahrelang unangetastet war.
Du bist jetzt mit deinem Säugling verbunden, möchtest ihm am liebsten nahe sein und er dir. Dein Mann rutscht an den Rand. Das kann von ihm als enttäuschend und schlimm empfunden werden. Mein Mann war im ersten Wochenbett richtig schockiert von dieser Tatsache. „Und der bleibt jetzt für immer!“, sagte er über unseren ersten Sohn. Natürlich war ihm das vorher klar gewesen und er freute sich auch darüber, denn er hatte ihn sich ja gewünscht! Aber jetzt wurde uns erst mal die ganze Tragweite klar.

Wichtig: ich rede hier vom Wochenbett. Dieser Zustand ist ja nicht für immer so. Die Zeit des Vaters kommt! Und genau das, könnt ihr beide so besprechen. Das wird euch helfen und rüstet euch beide, für die Zeit, die kommt! (siehe Kind 2)

2. Harmonie im Wochenbett

Ich behaupte ja, Frauen sind harmoniebedürftiger als Männer. Im Wochenbett ist es auf jeden Fall so. Über die heftige Hormonumstellung, die Schmerzen, die man noch von der Geburt haben kann, das Stillen, das Schwitzen, das Heulen, das hilflose, abhängige Würmchen, für das du verantwortlich bist, kannst du keinen Streit ertragen.
Dein Mann hat aber all dieses Erleben nicht. Er hat optimalerweise frei, fühlt sich ein wenig überflüssig und an den Rand gedrängt und kämpft mit der Materie: Haushalt.
Natürlich ist es arg veraltet zu behaupten, dass Männer sich mit dem Haushalt schwerer tun, aber leider ist es bei den meisten so. Sein Harmonielevel ist auf einem anderen Stand wie deins und er lässt die Pampe vielleicht an allen Anwesenden raus.

Hinzu kommt, das viele Männer Schwierigkeiten damit haben einfach “da” zu sein – sie wollen lieber Säbelzahnziegen bekämpfen, oder Mammuts in Schach halten, als dieses einfache “da” sein zu vollbringen. Hier ein Link zum “Da sein”

In dem ihr aber vorher oder während dessen noch mal ruhig und verständnisvoll miteinander sprecht, könnt ihr diesem Krach die Spitze nehmen oder ihn sogar verhindern.

Hilfreich sind dabei wirklich auch all die Tipps, die ihr Hier: geborgen Wachsen
nachlesen könnt zum Thema Haushaltshilfe, Freunde die Essen mitbringen, wenig Besuch der noch weniger Arbeit macht, viel Besuch, der Arbeit abnimmt usw.
Beherzigt diese Dinge wirklich! Sie werden euch helfen, dass der neugebackene Papa mehr Zeit hat zu euch zu finden und sich nicht so ausgebootet fühlt.

 

3. Aufgabe des Mannes im Wochenbett

Das ist wie bei dem Film: „Darf ich bitten?“, folgendes Zitat für den Paartanz:

„Sie (der Mann) sind der Rahmen. Sie (die Frau) ist das Gemälde, in ihrem Rahmen. Alles was sie tun dient dazu, sie zur Schau zu stellen“ (hier natürlich nicht zur Schau stellen, sondern ihre Mutterschaft begünstigen)

Es ist nämlich nicht so, dass der Mann ein überflüssiges Anhängsel der Mutter-Kind-Einheit ist. Es gibt selten eine Zeit, in der ich meinen Mann so sehr gebraucht hätte/habe, wie im Wochenbett.
Das geht uns emanzipierten, toughen Frauen von heute nicht so leicht über die Lippen oder in den Kopf, aber wir brauchen unsere Partner im Wochenbett wie selten vorher.

Und genau das können wir unserem Partner auch sagen. So, dass es ihn hoffentlich wirklich erreicht! Das wird euch viel Kummer ersparen!

Er ist dafür zuständig, den Rahmen „im Griff“ zu haben. Das bedeutet nicht, dass er alles perfekt machen muss. Auch nicht, dass er alles allein machen muss! Wichtig ist, dass er sich dafür zuständig fühlt und weiß, wie wichtig er ist und was sein Job ist.
Dadurch, dass das Neugeborene sich so viel schneller und leichter bei dir, bei der Mutter beruhigt, fühlen sich Männer oft nutzlos. Dieses Sich-Nutzlos-Fühlen bringt eines hervor: Nutzloses Verhalten. „Wenn die Beiden mich jetzt eh nicht mehr brauchen, kann ich genauso auch vor den Computer sitzen und mich wegbeamen!“
Nein. Kann er nicht. Seine Aufgaben sind:

  • die Bedürfnisse seiner Frau erfüllen. Alle.
  • Verwandte und Freunde einladen, oder ausladen. Je nach Bedürfnis der Frau.
  • Für Nahrung sorgen
  • Die Stimmungen der Frau aushalten
  • Den Haushalt schmeißen
  • Und am wichtigsten: da sein.

Das Tollste, was mein Mann im ersten Wochenbett gemacht hat, war: er hat mir am dritten Abend ein paar Brote geschmiert, hat einen neuen Film vom Einkaufen mitgebracht. Mit meinem Lieblingsschauspieler. Hat sich, als unser Sohn an meiner Brust schlief neben mich ins Bett geflätzt und wir haben Ferngesehen. Ist vielleicht nicht gerade bilderbuchmäßig pädagogisch, aber es ist eine schöne Erinnerung von Zweisamkeit. Genauer: Dreisamkeit.

  • Eine Brücke bauen von der früheren Partnerschaft, zur neuen Eltern-Partnerschaft.
  • Nicht beleidigt sein, wegen der Mutter-Kind-Einheit. Er kann froh sein, wenn du diese annimmst, denn ansonsten kann er sich mit einem sehr viel unglücklicheren Säugling herum schlagen und das wird euch viel mehr belasten.

 

4. Unsicherheit im Wochenbett

Für Ersteltern ist die Unsicherheit im Wochenbett ein großer Stressfaktor. Nachsorgehebammen sind rar und schwer zu finden, sind oft völlig überlastet und müssen weite Strecken überwinden um zur Wöchnerin zu gelangen. Deshalb sucht euch am besten vorher Personen, die ihr fragen könnt. Das Internet ist in der Regel keine zuverlässige Quelle um Antworten zu finden, weil man dort zwischen „das ist völlig normal -und/oder- geh sofort zum Notarzt“ alles finden kann. Vor allem alles, was die Unsicherheit noch steigert.
Sucht euch erfahrene Mütter, die eigene Mutter, jemand, den ihr anrufen könnt und fragen.

  • ob 38, 5 Grad Fieber hoch ist (nein)
  • ob es auf Ohrenschmerzen hindeutet, wenn sich das Kind am Ohr zieht (nein, es ist müde)
  • ob es normal ist, wenn das Kind eine Stunde lang schreit obwohl es satt ist, warm ist, bei Mami ist(ja, leider)
  • Ob es normal ist, wenn das Kind den ganzen Tag schläft (ja, juhu)
  • Wenn es den ganzen Tag nicht schläft (ja)
  • Wenn es ständig getragen werden muss(ja)
  • Wenn es nicht brav im eigenen Bett schläft(ja, völlig)
  • Wenn es oft und viel Bäuerchen macht(ja)
  • Wenn es gar kein Bäuerchen macht(ja)
  • Wenn die Wochenblutung mal einen Tag weniger ist(ja, aber beobachten! Und weniger machen, mehr ruhen)
  • Wenn es beim Stillen im Unterbauch zieht(ja, Rückbildung)
  • Was bei Kopfweh zu tun ist (Senfmehlfußbad hilft gut, beobachten, Hebamme Bescheid geben, keine Panik)
  • Oder bei Rückenweh (erste Rückbildungsübungen zeigen lassen)
  • Oder wenn der Säugling den ersten Schnupfen hat (stillen, Muttermilch in die Nase tröpfeln mit Pipette geht das ganz gut)
  • Verklebte Augen (Euphrasia oder Kamillentee, Augen nach innen (zur Nase) auswischen)
  • Der Nabel früh abfällt (völlig normal)
  • Oder zu stinken anfängt (auch noch normal, Hebamme fragen)
  • Die Brüste hart und heiss sind (Quarkwickel)
  • Die zweite Brust tropft, wenn das Kind an der anderen trinkt (geht nach ein paar Wochen vorbei)
  • Zu viel oder zu wenig Milch da ist (völlig normal, reguliert sich)

Dabei geht es nicht darum, medizinische Diagnosen von Freunden erstellen zu lassen, sondern normale Umstände herauszufiltern und Beruhigung zu verschaffen.
Das Beste was mir für mein erstes Kind passieren konnte, war, dass zwei Freundinnen von mir, die schon erfahren waren, ihr zweites und ihr drittes Kind zur gleichen Zeit bekamen. Wenn unser Sohn also schrie obwohl satt, rief ich eine der beiden an und sie sagte: „ja, völlig normal, meiner schreit auch grade“. Das war unsere Rettung für diese Zeit.

Gerne kannst du an dieser Stelle auch mir schreiben. Ich bin keine Ärztin und keine Hebamme, aber eine erfahrene Mutter.

Bedenke, dass sich Unsicherheit sofort auf deinen Säugling überträgt. Er schreit also, weil er einfach müde ist oder er schreit, weil er da ist (das gibt es wirklich in der ersten Zeit nicht gerade selten) und die Eltern wissen nicht, was er hat. Sie kommen in Stress und der Stress überträgt sich auf den Säugling. Das führt dazu, dass das Kleine noch viel mehr schreit, weil es den Stress empfindet und die Eltern noch unsicherer werden.
So kommt es zu dem Effekt, den unsere tolle Hebamme immer hatte: Wenn sie kam, schlief unser Sohn. Oder wenn er nicht schlief, war er sofort ruhig bei ihr. Er war also das zufriedenste uns sonnigste Kind, sobald die Hebamme auftauchte:-)

 

5. weitere Kinder und die Mutter


Vorher erschien dir dein Kind vielleicht noch klein. Dann bekommst du dein Neugeborenes und mit einem Schlag erscheint dir dein anderes Kind riesig. Wild, laut, ungestüm, schmutzig und total anstrengend. Du willst so gerne auch für dein großes Kind da sein, aber du bist auch froh, wenn es dann wieder mit Papa abzieht, egal ob ihr im Krankenhaus oder zu Hause seid. Je kleiner das „große“ Kind ist, desto unvorsichtiger ist es vielleicht auch mit dem Baby. Es weiss nicht, dass der Kopf nach hinten fällt, wenn es den Arm wegzieht oder dass man das Baby noch nicht herumschleppen kann. Es kommt herein gerannt um etwas zu erzählen und weckt das Baby auf.
Du entwickelst einen Beschützerinstinkt deinem Säugling gegenüber und der wendet sich automatisch gegen dein kleines – großes Kind. Das ist ein fremdes und neues Gefühl, das dir vielleicht ein schlechtes Gewissen machen kann. Wieder Stress und Unsicherheit. Ich würde behaupten, dass ist normal und geht wahrscheinlich den meisten Müttern so. Natürlich löst sich in gewisser Weise ein Band von dir zu deinem größeren Kind. Ein neuer Mensch rückt an die Stelle des Kleinsten und Schutzbedürftigsten in der Familie und dein größeres Kind kann ein Gefühl bekommen, wie aus dem Nest zu fallen. Das habe ich immer als schrecklich empfunden, aber ich habe bei meinem 2. Sohn auch wie eine Art Erleichterung erlebt: „Endlich gehöre ich zu den Großen und werde aus Mamas Focus entlassen!“

Dein Baby belagert dich im wahrsten Sinne des Wortes körperlich total. Lange Zeit. Wenn es dann mal abgelegt werden kann, oder später einfach mal auf dem Boden spielt, springt oft sofort dein größeres Kind auf deinen Schoß. Das erste Gefühl, ganz ehrlich? “Oh nein, lass mich in Ruhe! Ich will doch nur mal aufstehen können, ohne jemanden an mir dran. Oder einfach durchatmen. Aufs Klo gehen”. Das ist normal, ich glaube wir sollten versuchen uns deshalb nicht zu schlecht zu fühlen! Was hilft? Uns bewußt machen, das diese Phase eine Phase ist. Wirklich! Ich glaube später werden wir noch wünschen, dass mal einer von diesen großen, lebendigen, wilden Kerlen oder Mädchen Lust hätte, bei uns zu sitzen oder mit uns zu kuscheln. Oder? Vielleicht gelingt es dir dann (nach einem kurzen Klogang, haha), dich auf dein größeres Kind einzustellen und es liebevoll in den Arm zu nehmen. Meistens brauchen sie das nicht so lang, dann ist es schon wieder gut.

Du, der Vater und der Besuch könnt versuchen, das größere Kind aufzufangen. Es viel zu beachten und mit einzubeziehen. Ihm das Gefühl geben, wichtig zu sein. Aber vielleicht wird es nicht immer und nicht perfekt gelingen und das müssen wir in Kauf nehmen und aushalten! Ein Säugling nimmt die Mama ein, das ist so. Dafür bekommt das Kind einen Bruder oder eine Schwester, jemand, der mit ihm gemeinsam Kind in der Familie ist, Gesellschaft, einen Gleichgesinnten, das ist so wahnsinnig viel Wert! Ich als Einzelkind z. B. hätte einen Finger gegeben um noch Geschwister zu bekommen!

Schön ist, wenn du es schaffst, dass das große Kind sich dem kleinen Kind nähern kann und mit ihm kuscheln. Meistens spüren die Kinder sogar, dass der Säugling noch auf eine gewisse art „heilig“ und „hilflos“ ist und passen auf. Mein 4 -Jähriger Sohn fing schrecklich an zu heulen, weil er einmal den Kopf des Kleinsten nicht richtig stützte. Er hatte so ein schlechtes Gewissen, dass ich ihn eher beruhigen als anrüpeln musste. Mein 2-Jähriger Sohn kam nach dem Kindergarten herein gerannt und sagte als erstes: „Wo ist mein Bruder?“ Dann legte er sich neben ihn und sah ihn lange, lange an. Jeden Tag.

6. Weitere Kinder und der Vater


Jetzt kommt deine Zeit, Papa! Wenn ihr schon ein Kind habt, oder mehr, dann hat Papa jetzt seinen großen Auftritt. Mein Mann sagt tatsächlich, dass seine Beziehung zu den Jungs sich immer noch mal sehr viel verändert, verstärkt hat, sobald das neue Kind da war.
Das klingt jetzt sehr rosig und in schönsten Farben schillernd. Für dich als Mutter kann es auch bedeuten, Konflikte der beiden mit anzuhören und auszuhalten. Denk daran: dein Mann gibt sicher sein Bestes. Er stößt jetzt erstmals an die gleichen Probleme, die du schon kennst und mit denen du schon länger Erfahrung hast. (Der 2-Jährige will sich nicht selber anziehen, der 3-Jährige mag das Essen nicht essen, die 4-Jährigen schlagen sich die Köpfe über das eine Playmobil-Teil ein, und das 1 ½ -Jährige futtert fröhlich Reißnägel vom Boden,..)

Was uns geholfen hat, war, wenn mein Mann mit unserem ersten Sohn zu Freunden mit Kindern gegangen ist, während ich und der Kleine schlafen konnten. Dann war ich zufrieden, weil ich wusste, dem Großen geht’s gut, Papa hat ne schöne Zeit und ich kann entspannen. Wenn man so jemanden hat: perfekt.
Ansonsten ist es hilfreich, wenn Papa und Kind sich etwas gemeinsam vornehmen für die Tage. Gemeinsam etwas bauen, baden gehen, die Oma besuchen, Bootlesfahren, Schlittenfahren, was immer beiden Freude bereitet.
Das entlastet.

Wichtig: Es ist die Beziehung von deinem Mann zu deinem großen Kind. Er ist sein oder ihr Vater. Manches muss man einfach den beiden überlassen und versuchen sich auszuklinken, auch wenn das für die meisten Mütter wahnsinnig schwer ist. Logischerweise. Das bedeutet nicht, dass du eine Überglucke bist. Das heißt nur, dass du ansonsten viel Verantwortung übernimmst und sie jetzt einfach abgeben darfst und musst. Das ist schwer.
Eine Freundin von mir erzählt, dass die Kinder jeden Tag ein bisschen dreckiger waren, wenn sie sie und das Neugeborene im Krankenhaus besuchten. Aber ansonsten froh und munter wirkten. Also kein Problem.

 

Fazit:

In den meisten Berichten darüber, dass Beziehungen „wegen“ der Kinder scheiterten, wird beschrieben, dass die Eltern voneinander enttäuscht waren, ihre Erwartungen gegenseitig nicht erfüllt haben, die neue Symbiose nicht verkrafteten. Vor allem geht es in diesen Berichten darum, dass auf die Eltern etwas zukam, das sie vorher so nicht ahnten und einschätzen konnten.

Seid euch beide darüber bewusst, dass der andere eure Erwartungen nicht kennt. Da hilft es sie auszusprechen. Eine Erwartung, die nur du kennst, kann selten erfüllt werden und Enttäuschung tritt an diese Stelle. Enttäuschung führt zu Streit oder Rückzug und trennt euch innerlich voneinander.

Ob Ersteltern oder Familie mit Kind, ein Säugling ist immer etwas, dass die ganze Familie durchrüttelt und das Leben in den Grundfesten verändert. Das spürt oft am deutlichsten das „Herzstück“ der Familie: die Mutter. Für sie ändert sich in jedem Wochenbett sehr viel – sie darf eine Symbiose knüpfen mit einem neuen Leben. Deshalb braucht sie in dieser Zeit einen besonderen Schutz und diesen Schutz kann am besten der Vater (aber auch Verwandte und Freunde) geben. Und hier bleibe ich Gender-streng: Es kann nicht sein, dass der Mann das Baby versorgt und die Frau es übernimmt für Schutz, Nahrung und Ordnung zu sorgen: sie kann das körperlich in dieser Zeit schlicht nicht leisten!
Es gibt kaum eine Zeit sonst, in der sich Frauen so sehr Harmonie und Frieden wünschen und die leider oft schon mit Enttäuschung und Wut einher geht.

Daher ist es wichtig, sich vorher schon auf die veränderten Anforderungen einzustellen, darüber zu reden und sich damit zu befassen und gegenseitiges Verständnis zu erlangen.

 

Überprüfe deine Erwartungen – Filtere Bedürfnisse von Glaubenssätzen heraus. Sprich mit deinem Partner offen über deine Bedürfnisse. Dann hat er eine echte Chance, diese zu erfüllen.

Ich wünsche Euch ein gelungenes, verständnisvolles Wochenbett!

Eure Susanne

Was macht euch Kopfzerbrechen in Bezug auf das anstehende Wochenbett? Oder was könnt ihr noch anfügen, wenn ihr an euer Wochenbett denkt? Kommentiert gerne unter diesem Artikel oder schreibt mir über die Kontaktseite. Ich beantworte gerne eure Fragen!

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